Schweiz

Ab 2019: Iberogast und Sinupret in Drogerien APOTHEKE ADHOC, 19.11.2018 15:27 Uhr

Berlin - Hunderte bisher rezeptfreier, aber apothekenpflichtiger Medikamente werden in der Schweiz ab 2019 auch in Drogerien erhältlich sein. Andererseits sollen Apotheken rund 100 bisher freiverkäufliche Medikamente nur noch mit einer ärztlichen Verordnung oder nach Prüfung der Personalien abgeben dürfen. Einen entsprechende Übersicht hat nun die Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic veröffentlicht. Der Krankenkassenverband und die Pharmaindustrie warnten bereits im Vorfeld vor steigenden Kosten und zusätzlichen Restriktionen.

Um die Selbstmedikation zu vereinfachen, beschloss der Bundesrat, die Arzneimittel in der Schweiz neu einzuteilen. Dazu soll die bisherige Abgabekategorie C, die eine Beratung durch Fachpersonal voraussetzt, abgeschafft werden. Im Rahmen der Revision des Heilmittelgesetzes beurteilte nun die Heilmittelbehörde mit Sitz in Bern unter Einbezug externer Experten insgesamt etwa 650 Arzneimittel, davon 22 Tierarzneimittel. Dabei standen laut Swissmedic auch Aspekte des Medikamentenmissbrauchs sowie mögliche Wechselwirkungen im Vordergrund.

Rund 85 Prozent und 550 Medikamente aus dieser Kategorie werden nun in die Kategorie D herabgestuft, wie Swissmedic mitteilte. Darunter fallen etwa Iberogast, Sinupret, Buscopan, Talcid, Loperamid oder Voltaren Dolo forte und pflanzliche Arzneimittel mit Johanniskraut. Für diese Arzneimittel wird künftig lediglich eine Fachberatung vorausgesetzt, egal ob durch Drogerie oder Apotheke. Patienten sollen zudem mit einem Warnhinweis auf der Verpackung für die erforderliche Fachberatung sensibilisiert werden.

Rund 15 Prozent der überprüften Arzneimittel wurden dagegen in die Kategorie B heraufgestuft. Zwei Drittel der insgesamt rund 100 Medikamente enthalten Opiatderivate als Wirkstoffe (Codein oder Dextromethorphan) und wurden von Swissmedic als Stoffe mit einem erheblichen Missbrauchspotential eingeordnet. Codeinhaltige Arzneimittel können in Zukunft nur durch Personen mit einer Betäubungsmittelbewilligung abgegeben werden. Ergänzend zum Missbrauchspotential gebe es bei vielen dieser Arzneimittel zusätzlich ein erhebliches Risiko von schwerwiegenden Wechselwirkungen, begründete die Behörde ihre Entscheidung. Bei den anderen für die Abgabekategorie B vorgesehenen Arzneimitteln seien es vorwiegend schwerwiegende Wechselwirkungen mit anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten oder eine zwingend notwendige Dokumentation der Abgabe, welche eine Fachberatung durch ein Fachpersonal, wie Ärzte und Apotheker, erfordern.

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