Deutschland droht Opioid-Krise

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Berlin - Opioidverordnungen nehmen in Deutschland stetig zu. Der Gesamtverbrauch der Arzneimittel ist hierzulande ähnlich hoch wie in den USA. Professor Dr. Christoph Stein schließt anhand der alarmierenden Zahlen eine Opioidkrise, wie in den Staaten nicht aus.

Auf dem Symposium zum Thema Arzneimittelmissbrauch der Bundesapothekerkammer (BAK) referierte Stein zum Thema Opioide und zeigte den Anstieg im Verbrauch der Analgetika auf. Während Deutschland sich dem Verbrauch der USA in den vergangenen Jahren annähert, bleibt der Anstieg im Vergleich in Frankreich aus. Analgetika belegen in Deutschland den achten Rang der umsatzstärksten Arzneimittelgruppen 2016 – und die Zahl der Verordnungen nimmt zu.

Dem Trend folgen nicht nur nicht-opioide Analgetika sondern auch Opioide. Denn die stark wirksamen Schmerzmittel werden überwiegend für den chronischen nicht-Tumorschmerz verordnet. Entfielen im Jahr 2000 noch etwa 17 Prozent der Verschreibungen von Opioiden der WHO-Stufe 3 auf Nichttumorschmerzen, waren es 2010 bereits etwa 34 Prozent. Laut Stein sind vor allem chronische Rückenschmerzen das größte Problem. Und das obwohl Opioide keine signifikante Linderung bei chronischem nicht-Tumorschmerz bewirken, so eine Metaanalyse aus dem Jahr 2015, die randomisierte kontrollierte Studien mit etwa 18.000 Patienten untersuchte.

Warum aber werden Opioide dennoch verordnet? Stein liefert den Grund. Die damalige Annahme Schmerzpatienten entwickeln keine Sucht, wenn sie mit Opioiden behandelt werden, bestehe noch immer. Jedoch gebe es keine Daten für diese Behauptung. Im Gegenteil: Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2015 belegt einen Opioid-Missbrauch bei etwa 17 Prozent und bei etwa 21 Prozent der Patienten eine Sucht.

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