Arzneimittelmissbrauch

Dextromethorphan: Betreute Halluzination aus dem Netz APOTHEKE ADHOC, 05.06.2018 09:32 Uhr

Berlin - Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker, zur Rauschwirkung von Dextromethorphan (DMP) das Internet. Im Handverkauf läuten die Alarmglocken, wenn mehrere Packungen des Hustenstillers verlangt werden. Das wissen auch die User und Veranstalter von Pillenpartys. Im Netz liefert eine Website alles rund um DMP. Informationen zu Beschaffung, der richtigen Dosierung oder Erfahrungsberichte ermöglichen einen betreuten Missbrauch.

DMP ist zur symptomatischen Behandlung von Reizhusten auf dem Markt. Der Wirkstoff greift im Hustenzentrum des Stammhirns an und zählt somit zu den zentral wirksamen Antitussiva. Im Handel sind Säfte oder feste orale Darreichungsformen des Arzneistoffes, der missbräuchlich als Rauschmittel verwendet wird. In einer Dosis von 100 mg können Halluzinationen und Euphorie ausgelöst werden. Zurückzuführen ist der Effekt auf die psychotrope Wirkung: DMP hemmt die Serotoninwiederaufnahme.

Die Szene nutzt für das rezeptfreie Dextromethorphan die Abkürzung DXM. Hoch im Kurs der User steht der Hustenstiller Ratiopharm. Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis: Viel Wirkstoff für wenig Geld. Die Website liefert PZN und Preis. Von Silomat (Boehringer) wird abgeraten. Das Markenprodukt enthalte zu wenig Wirkstoff.

Das Präparat der Wahl sei sehr leicht zu bekommen und könne einfach in der Apotheke besorgt werden. Und hier kommt auch schon der nächste Tipp: Niemals mehr als drei Packungen kaufen. „Da die Pharmazeuten die Wirkung natürlich kennen und bei einem Verdacht nicht einfach abgeben.“ Zwei bis drei seien aber kein Problem. „Und dann heißt es eben, zur nächsten Apotheke zu gehen.“ Eine Alternative sei die Online-Bestellung. Auch hier sollten nur drei Packungen geordert werden, denn auch Versandapotheken seien misstrauisch. Tipp Nummer 3: „Dann einfach einen Tag später weitere drei Packungen ordern.“ Online-Apotheken böten gleich mehrere Vorteile. Sie seien zum einen preiswerter und zum anderen müsse man nicht aus dem Haus. Auch Versandkosten seien kein Problem. Bewährt habe sich die Bestellung bei Apotal. Vier Packungen könnten problemlos bestellt werden und somit sei der Mindestbestellwert erreicht.

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