Tresorschlüssel verschwunden, Oxycodon auch

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Berlin - Nachts verschwindet in einem Altenheim in Bad Dürkheim ein Tresorschlüssel. Spurlos. Er ist nie wieder aufgetaucht. Weil in derselben Nacht im Juli 2015 auch zehn Oxycodon-Tabletten verschwanden, stand eine Altenpflegerin vor Gericht. Ein kniffliger Fall. Wohl auch deshalb hatte die Frau mit ihrer Revision Erfolg.

Das soll sich in jener Nacht zugetragen haben: Als die Altenpflegerin ihre Nachtschicht antrat, händigte ihr die Pflegefachkraft der Vorgängerschicht einen Schlüsselbund aus, an dem sich unter anderem der Schlüssel für einen Tresor im Stationszimmer befand. Dort wurden die unter das Betäubungsmittelgesetz fallenden Medikamente aufbewahrt.

In dem Heim gab es strenge Regeln: Nahm ein Mitarbeiter ein Medikament aufgrund ärztlicher Verordnung aus dem Tresor, so wurde dies stets am Ende der Schicht per Namenskürzel in einer Liste eingetragen. Der Medikamentenbestand wurde in regelmäßigen Abständen kontrolliert und mit diesen Einträgen abgeglichen.

Der Angeklagten war verboten, den Schlüssel an dritte Personen, zum Beispiel Pflegehelfer, auszuhändigen. Da sie die einzig für die Schicht zuständige examinierte Fachkraft war, durfte nur sie Medikamente aus dem Tresor entnehmen. Es gab keinen weiteren Schlüssel für den Tresor. In der Tatnacht, am 4. Juli nach 4.30 Uhr, verkündete die Angeklagte, dass sie den Schlüsselbund mit dem Tresorschlüssel verloren habe. Zuvor hatte sie einen Blister mit zehn Tabletten Oxycodon entnommen. Am darauffolgenden Morgen rückte der Hausmeister an, der den Tresor aufflexen musste.

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