Impfzentren öffnen 24/7

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Berlin -

Angesichts hoher Corona-Zahlen soll in Großbritannien demnächst rund um die Uhr geimpft werden. Premierminister Boris Johnson kündigte am Mittwoch im Parlament an, der Betrieb von 24-Stunden-Impfzentren solle „so bald wie möglich“ aufgenommen werden. Derzeit halte ein Mangel an Impfstoff jedoch eine noch raschere Impfkampagne zurück. Großbritannien ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen.

Die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser ist höher als zum Höhepunkt der ersten Welle im Frühjahr. In Teilen des Landes stehen die Kliniken kurz vor dem Kollaps. Verantwortlich wird dafür auch eine neue Virus-Mutation gemacht, die sich nach Ansicht von Experten erheblich schneller ausbreitet als die bisher vorherrschende Variante. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche – liegt landesweit bei knapp 600. In der Hauptstadt London beträgt der Wert sogar mehr als 1000.

Kritik kam von Oppositionsführer Keir Starmer. Der Labour-Chef warf dem konservativen Premierminister vor, zu lange mit einer Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen zu warten. „Kann der Premierminister uns sagen, warum um alles in der Welt die Einschränkungen lockerer sind als vergangenen März, wenn die Zahl der Krankenhauseinweisungen und die Zahl der Toten viel höher sind?“ Johnson antwortete, das Land durchlaufe gerade die „härteste Zeit“. Mit den Impfungen sei aber ein Ausweg vorgezeichnet.

Die britische Regierung will bis Mitte Februar die am stärksten gefährdeten 15 Millionen Menschen mit einer ersten Impfdosis versorgen. Eine zweite Dosis soll erst nach bis zu zwölf Wochen verabreicht werden. Bislang wurden mehr als 2,4 Millionen Menschen geimpft. Mehr als 400.000 erhielten bereits die von den Herstellern für den besten Schutz empfohlene zweite Impfung.

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