Thrombosen bei Janssen und Sputnik?

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Doch dieser Annahme entgegen stehen neueste Äußerungen der EMA. In der monatlichen Sitzung des Pharmakovigilanzausschusses wurde nun auch auf ein erhöhtes Thromboserisiko im zeitlichen Zusammenhang mit dem Vektorimpfstoff von Janssen hingewiesen. In der Summe ist von vier schweren ungewöhnlichen Thrombosen in Zusammenhang mit niedrigen Blutplättchenzahlen die Rede. Ein Fall endete tödlich. In den Zulassungstudien trat nur ein Fall auf – die weiteren drei wurden nach der Zulassung und pandemischen Impfung in den USA gemeldet. Weitere Impfungen werden zeigen, ob das Risiko weiter ansteigt. Sollten sich die Fälle häufen, so scheint die aktuelle Theorie der Wissenschaftler nicht stimmig – der genaue Zusammenhang zwischen Thromboserisiko und Art des verwendeten Vektorvirus müsste neu aufgerollt werden.

Russlands Impfstoff unterscheidet sich noch in einem weiteren Punkt von Vaxzevria. Sputnik V wird zweimal im Abstand von 21 Tagen gegeben – dabei unterscheidet sich der Vektor der ersten Impfung von dem der zweiten. Dieser Adenovirus-Wechsel soll ein Grund für die weitaus höhere Wirksamkeit verglichen mit anderen Vektorimpfstoffen sein. Sputnik V weist eine Wirksamkeit über 90 Prozent auf. AstraZeneca und Jannsen kommen auf Wirksamkeiten von rund 70 Prozent. Durch den Wechsel des Vektors kann zudem verhindert werden, dass der Organismus verstärkt auf die Antikörperproduktion gegen das Adenovirs setzt. Der Fokus auf die Immunität gegen das Zielgen wird verstärkt.

Weiteres Sicherheitssignal für Vaxzevria

Des weiteren verzeichnet die EMA beim Vektorvirren-Impfstoff von AstraZeneca ein weiteres Sicherheitssignal. Fünf Personen litten im zeitlichen Zusammenhang unter dem sogenannten Kapillarlecksyndrom (auch Clarkson-Syndrom genannt). Hierbei handelt es sich um eine seltene Form eines generalisierten Ödems. Im ganzen Körper wird die Durchlässigkeit der Kapillaren soweit erhöht, dass Flüssigkeit austritt. Neben der ödembildung kommt es zum Kreislaufabfall und Volumenmangelschock. Aufgrund der sehr geringen Anzahl bestätigter Fälle gibt es keine Standardtherapie zur Behandlung des Syndroms.

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