Thrombosen nach Impfung

J&J: Impfstopp in den USA

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Berlin -

Auch beim Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson/Janssen ist es im zeitlichen Zusammenhang zur Impfung zu Blutgerinnseln gekommen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA empfiehlt nun eine Impfpause. Bislang ist von sechs Fällen die Rede.

Mitte März wurde das Vakzin in der EU zugelassen. Noch wird kein Impfstoff von J&J in deutschen Impfzentren oder Arztpraxen verimpft. Das soll sich bald ändern – bis Ende Juni erwartet die EU bis zu 55 Millionen Dosen. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) mitgeteilt, dass sie Fälle von Thrombosen nach einer Corona-Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson prüfe. Die FDA geht nun noch einen Schritt weiter und empfiehlt eine Impfpause. Der Vektorimpfstoff wird in den USA bereits seit mehreren Wochen verimpft.

Sechs Thrombosefälle

Die Behörden in den USA haben eine vorübergehende Aussetzung der Impfungen empfohlen, nachdem bei sechs Menschen im Land danach Sinusvenenthrombosen erfasst wurden. Das teilten die Gesundheitsbehörde CDC und die Arzneimittelbehörde FDA am Dienstag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Die Fälle würden nun genauer untersucht. Bis ein Ergebnis vorliege, werde als Vorsichtsmaßnahme die vorübergehende Aussetzung empfohlen.

Bislang seien mehr als 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffes, der Ende Februar in den USA zugelassen worden war und von dem es nur eine Dosis braucht, in den USA gespritzt worden. Derzeit würden die Fälle untersucht, bei denen es zwischen 6 und 13 Tagen danach zu Sinusvenenthrombosen gekommen war. In drei Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie, also ein Mangel an Blutplättchen, gemeldet worden. Es handele sich um Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren.

Stopp dient Vorbereitung der Ärzte

Laut FDA dient das vorrübergehende Aussetzen auch der Vorbereitung. Auf Twitter schrieb die Behörde, dass die Ärzte sich auf die Therapie dieser möglichen seltenen Nebenwirkung einstellen müssen und Planungszeit bräuchten. J&J sind die Fälle bekannt. Ein kausaler Zusammenhang konnte laut Hersteller bislang nicht nachgewiesen werden.

Andere Länder verzichten vollständig auf den Vektorimpfstoff, so beispielsweise Australien. Die Regierung hat sich gegen den Kauf der Vakzine entschieden. Mit dem Impfstoff von AstraZeneca werden in Australien aktuell nur noch Menschen unter 50 Jahren geimpft. Von dem Vektorimpfstoff hat das Land über 50 Millionen Impfdosen geordert. Die pandemische Impfung geht nur langsam voran. Die Bestellmenge bei Biontech wurde verdoppelt. Ohne einen zweiten Vektorimpfstoff wird die Herdenimmunität später als angedacht erreicht werden.

Ob die Entscheidung der FDA Auswirkungen auf die Impfkampagne in Deutschland hat, bleibt abzuwarten. Die EMA überprüft den Vektorimpfstoff fortlaufend. Aktuell werden in Deutschland Impfstoffe dreier Hersteller verimpft – Biontech, Moderna und AstraZeneca. Bald kommt der Mitte März zugelassene Impfstoff von Janssen hinzu. Das bayerische Gesundheitsministerium bestätigte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, dass die ersten 36.000 Dosen an diesem Mittwoch oder Donnerstag erwartet werden.

 

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