Janssen-Impfstoff: Starterkit für Apotheken

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Berlin - Seit über vier Wochen ist der Impfstoff von Janssen zugelassen. Bisher wurde er allerdings nicht verimpft. Morgen soll die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ein Gutachten zum Vakzin vorlegen. Je nachdem, wie dieses ausfällt, könnte schon bald der vierte Impfstoff zum Einsatz kommen. Der Hersteller hat zur Information von Ärzten und Apothekern zahlreiche Informationen in der sogenannten Medical Cloud bereitgestellt.

Wegen Meldungen über seltene Nebenwirkungen in den USA wurde die Auslieferung nach Europa kurzfristig gestoppt. „Während der aktuell laufenden Untersuchungen haben wir uns dazu entschieden, die Markteinführung unseres Covid-19-Impfstoffs in Europa proaktiv zu verschieben“, so eine Sprecherin. Das Konzept zur Information der Fachkräfte steht jedoch: „Wir haben für Ärzte und Apotheker als Starterpaket verschiedene Informationsmaterialien vorbereitet, darunter eine Tischvorlage und Anwendungsposter. Die wichtigsten Infos und Updates haben wir für Fachkreise außerdem online auf unserer Medical Cloud zusammengestellt.“

Auf der Internetplattform informiert Janssen auch über die verwendete Impfstofftechnologie. Es handelt sich um die AdVac-Technologie mit einem Adenovirus als Vektor: Die Adenoviren, die bei der AdVac-Technologie zum Einsatz kommen, sind genetisch modifiziert. Zur näheren Wirkungsweise der Vektorimpfstoffe sind weiterführende Veranstaltungen geplant. In Webinaren und Schulungen möchte Janssen auf offene Fragen von Ärzt:innen und Apotheker:innen eingehen.

Der Impfstoff von Janssen kommt bereits aufgetaut in die Apotheke. In den zentralen Lagern wird er bei -20 °C gelagert. Als kühlkettenpflichtiger Impfstoff kommt das Vakzin in der Apotheke an. Nach dem Auftauen ist die Lösung drei Monate lang haltbar. Geimpft wird unverdünnt. Jede Durchstechflasche enthält fünf Dosen à 0,5 ml. Ein gewisser Überschuss wird in den Vials vorhanden sein. Aktuell darf dieser nicht für das sogenannte „Pooling“ gesammelt werden – überschüssige Mengen sind zu verwerfen. Vor dem Auseinzeln muss die Durchstechflasche vorsichtig in aufrechter Position für zehn Sekunden geschwenkt werden – auch bei diesem Impfstoff sind größere Erschütterungen zu vermeiden.

Aktuell prüft die EMA mögliche seltene Nebenwirkungen. Denn bei dem Impfstoff von Janssen kam es, wie beim Vakzin von AstraZeneca, zu Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung. Vier ernsthafte Fälle von Blutgerinnseln seien bisher verzeichnet worden. Eine betroffene Person sei gestorben. Das Ergebnis des Gutachtens wird für Dienstag erwartet. Die „Vorzüge des Impfstoffs, Covid-19 zu verhindern“, seien höher zu bewerten als die Risiken der Nebenwirkungen, urteilte die EMA vorab.

In Bayern wurden vergangene Woche kurz vor Bekanntwerden der verschobenen Markteinführung bereits 36.000 Dosen ausgeliefert, die offenbar vom Lohnhersteller IDT aus Dessau stammen. „Die in Deutschland eingetroffenen Impfstoffdosen von Johnson & Johnson lagern derzeit in einem zentralen Lager des Bundes. Nach Mitteilung des Lieferstopps durch Johnson & Johnson wurden die geplanten Auslieferungen an die Länder nicht durchgeführt“, informiert ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums

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