Weitere Therapie bei Covid-19

Notfallzulassung für Remdesivir + Baricitinib

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Berlin -

Bereits im Mai wurde der gemeinsame Einsatz der beiden Wirkstoffe Remdesivir (Gilead) und Baricitinib (Olumiant, Lilly) bei Covid-19 diskutiert. Nun konnte sich die Therapie beweisen – die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Duo die Notfallzulassung erteilt.

Der Einsatz des JAK-Inhibitors Baricitinib in Kombination mit dem Virostatikum Remdesivir beschränkt sich auf Kinder ab zwei Jahren und Erwachsene mit einer bestätigten Covid-19-Diagnose. Zudem ist die Kombination nur für Patienten geeignet, die Sauerstoff benötigen oder auf eine mechanische Beatmung oder eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) angewiesen sind.

Besonders Remdesivir war als Therapie in den Fokus geraten, doch auch Baricitinib zeigte mögliche Angriffspunkte und wurde daraufhin weiter erforscht. Die aktuelle Notfallzulassung der FDA beruht auf den Daten einer laufenden Studie des US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID). In die Untersuchung eingeschlossen wurden Patienten mit schweren Covid-Verläufen. Sie wurden auf Remdesivir plus Baricitinib oder Remdesivir plus Placebo randomisiert.

Kürzerer Verlauf, schnellere Erholung

Eine Behandlung mit den beiden Wirkstoffen konnte die mediane Zeit bis zur Genesung um einen Tag verringern – von acht auf sieben Tage. Das entspricht einer Verbesserung von 12,5 Prozent. Zudem habe sich die Erholung der Patienten verbessert: Unter der Therapie war die Wahrscheinlichkeit eines besseren klinischen Zustands an Tag 15 um 26 Prozent erhöht.

Der Anteil der Patienten, die bis zum 29. Erkrankungstag noch beatmet wurden oder gestoben waren, war in der Kombinations-Gruppe niedriger als in der Gruppe, die nur Remdesivir plus Placebo erhalten hatte – 23 gegenüber 28 Prozent. Ebenso war die Sterberate mit 4,7 gegenüber 7,1 Prozent geringer – das entspricht einer relativen Reduktion von 35 Prozent.

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