WHO empfiehlt zwei weitere Covid-Medikamente

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Berlin -

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zwei weitere Arzneimittel für die Behandlung von Covid-19-Patienten. Es handelt sich dabei um den Wirkstoff Baricitinib, der zur Behandlung von rheumatoider Arthritis entwickelt wurde und Sotrovimab, einen eigens für Covid-19-Patienten entwickelten monoklonalen Antikörper.

Die neue Empfehlung basiert auf sieben Studien mit mehr als 4000 Patienten, berichteten die WHO-Experten im Fachmagazin „The BMJ“ (British Medical Journal).

Schwerkranke Covid-19-Patientinnen und -Patienten hätten mit Baricitinib bessere Überlebenschancen und die Notwendigkeit einer künstlichen Beatmung werde reduziert, heißt es in der neuen Richtlinie. Es seien keine Nebenwirkungen beobachtet worden. Das Arzneimittel solle in Kombination mit Kortikosteroiden verabreicht werden.

JAK-Hemmer überzeugt

Der Januskinase-Inhibitor Baricitinib – bekannt aus Olumiant von Lilly – konnte bereits im vergangenem Herbst in einer Phase-III-Studie vielversprechende Ergebnisse in Bezug auf die Sterblichkeit bei Covid-Patient:innen erzielen. Der Wirkstoff verhindert, dass Zytokine eine Immunreaktion auslösen. Daher wird er auch bei einem Zytokinsturm unter Covid-19 erprobt.

Covid-19-Patienten mit weniger schwerem Krankheitsverlauf, aber hohem Risiko einer Krankenhauseinweisung könnten vom Einsatz des monoklonalen Antikörpers Sotrovimab profitieren, schreibt die WHO. Das Mittel mit dem Markennamen Xevudy ist auch in der EU zugelassen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hatte die Zulassung des monoklonalen Antikörpers Xevudy (Sotrovimab) zur Behandlung von Covid-19 Mitte Dezember aufgrund vielversprechender Studienergebnisse empfohlen.Diese deuteten nach Angaben der EMA darauf hin, dass das Mittel einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung und damit Krankenhausaufnahme und auch Tod verhindern könne. Sotrovimab soll auf zwei Weisenwirken: Zum einen soll Sars-CoV-2 am Eindringen in die gesunde Zelle gehindert werden, doch auch bereits infizierte Zellen sollen blockiert werden.

Die WHO hat sich auch bereits für den Einsatz eines anderen Antikörper-Cocktails, Casirivimab/Imdevimab, ausgesprochen. Vom Einsatz zweier anderer Mittel, Ruxolitinib and Tofacitinib, rät die WHO dagegen ab. Kleine Studien hätten bislang keinen Nutzen gezeigt, und bei Tofacitinib könnten sich womöglich schwere Nebenwirkungen entwickeln.

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