Neue Covid-Medikamente: Spike-Antikörper und IL-Inhibitor

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Berlin -

Bislang sind Therapien gegen Covid-19 rar gesät. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat nun die Zulassung von zwei neuen Medikamenten im Kampf gegen Sars-CoV-2 empfohlen: Schon bald könnten der monoklonale Antikörper Xevudy (Sotrovimab, GSK) und der Interleukin-1-Rezeptorantagonist Kineret (Anakinra, Swedish Orphan Biovitrum) die Genehmigung erhalten.

Der monoklonale Antikörper Xevudy wurde von GlaxoSmithKline (GKS) zusammen mit Vir Biotechnology entwickelt. Er ist auch unter den Namen „VIR-7831“ und „GSK4182136“ bekannt. Die EMA hat nun die Zulassung zur Behandlung von Covid-19 bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren und einem Körpergewicht von mindestens 40 kg empfohlen, die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigen und ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

Sotrovimab: Dritter Antikörper gegen Covid-19

Der Antikörper Sotrovimab ist gegen das Spike-Protein von Sars-CoV-2 gerichtet. Er hindert das Virus am Eintritt in die Körperzellen und somit an seiner Vermehrung. Ursprünglich wurde er aus einem Sars-1-Antikörper entwickelt, der 2003 einem Patienten entnommen wurde. In Laborstudien konnte der Antikörper an alle Epitope der Variants of Concern binden. Somit scheint er auch gegen neuere Virusvarianten wirksam zu sein – auch gegen Omikron.

Bei einer Zulassung wäre Xevudy der dritte in der EU empfohlene monoklonale Antikörper zur Behandlung von Covid-19. Im November hatte die EMA bereits Regkirona (Regdanvimab) und Ronapreve (Casirivimab/Imdevimab) zugelassen.

Anakinra: Interleukin-Inhibitor bei Pneumonie

Außerdem wurde vom CHMP der Interleukin-1-Rezeptorantagonist Kineret (Anakinra) für die Behandlung von Covid-19 empfohlen. Konkret soll er zur Therapie von erwachsenen Patient:innen mit Lungenentzündung zum Einsatz kommen, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen und bei denen ein Risiko für eine schwere Ateminsuffizienz besteht. Festgelegt wird dieses durch den suPAR-Wert (löslicher Urokinase-Plasminogen-Aktivator-Rezeptor) im Blut.

Anders als Sotrovimab handelt es sich bei Anakinra um ein Immunsuppressivum aus der Gruppe der Interleukin-Inhibitoren. Bislang ist es bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen zugelassen. Der Wirkstoff bindet an den Interleukin-1-Rezeptor und hemmt dort die Aktivität verschiedener Interleukine. Diese spielen eine wesentliche Rolle als Botenstoff bei entzündlichen und autoinflammatorischen Erkrankungen. Es wird davon ausgegangen, dass Anakinra bei Covid-19 die Entzündungsreaktionen reduzieren kann und dadurch Schäden der unteren Atemwege und ein Atemversagen verhindert.

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