Moderna nachbestellt – aus der Corona-Quarantäne

, Uhr
Berlin -

Es sei genug Impfstoff für alle da, beteuert die Politik. Nur in den Apotheken und Arztpraxen ist davon nichts zu spüren. Bestellungen werden gekürzt, selbst bei Moderna wird nicht immer alles geliefert wie geordert. Apotheker Raphael Dives will „sein“ Impfzentrum bestmöglich versorgen, befindet sich aber aktuell selbst in Quarantäne.

Dives betreibt im bayerischen Regen zwei Apotheken, eine davon im „Einkaufspark“, in dem auch ein Impfzentrum untergebracht ist. Hier werden neuerdings jeden Tag 400 bis 600 Menschen geimpft, und zwar größtenteils mit Moderna. Weil Impfzentren vergangene Woche nur maximal 170 Vials Biontech bestellen durften, wird der andere mRNA-Impfstoff nun ebenfalls mehr abgefragt.

Apotheker Dives hatte gehört, dass hier auch kurzfristige Nachbestellungen möglich sind, und daher vorsichtshalber am Dienstag zunächst nur 30 Vials Moderna geordert. Doch die ebenfalls bestellten 170 Vials Biontech wurden um 50 Prozent gekürzt – und als die Nachfrage im Zentrum deutlich anzog, fragte Dives am Donnerstag nach 400 Vials Moderna.

Dafür war es zwar zu spät, aber immerhin waren in einer anderen Großhandelsniederlassung 100 Vials storniert worden, die konnte Dives bekommen. Die Zusammenarbeit mit seinem Großhändler erlebt er extrem flexibel und positiv. Wie es in den nächsten Wochen weitergeht, kann sich Dives aktuell kaum vorstellen. Denn schon jetzt stünden die Menschen „von morgens bis abends Schlange vorm Impfzentrum“. Das Impfzentrum wollte 400 Mal Moderna und 3000 Mal Biontech, bestellen kann Dives vermutlich nur dreimal 170 Vials Biontech für das Zentrum und die mobilen Impfteams.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Nicht einmal die Hälfte ausgeschöpft
7 Millionen Euro für verfallene Grippeimpfstoffe »
Mehr aus Ressort
Neuer Hinweis für Vektor-Impfstoffe
EMA warnt vor Rückenmarksentzündung »
Weiteres
NNF schüttet an Apotheken aus
75 Millionen für TI-Aufwendungen»
Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheime
Noch keine Kündigungen wegen Impfpflicht»
„Es ist schwierig, das Abwerben hinterher zu belegen“
Apotheker enttäuscht: Drei Angestellte abgeworben»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Report Mainz über Impfpassfälschungen
Apotheken im Fadenkreuz von Impfgegnern»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»