Praxen bestellen Biontech, kaum Moderna

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Berlin -

Seit langem gelten wieder Höchstmengenbegrenzungen für die Bestellung von Covid-19-Impfstoff. Die Praxen können bei ihren Apotheken für Comirnaty von Biontech nur eine bestimmte Anzahl an Vials bestellen. Das führt zu Frust bei den Ärzt:innen.

Die Nachfrage nach einer Corona-Impfung steigt. Immer mehr Menschen wollen sich boostern oder erstmals impfen lassen. Vor den Impfzentren oder an den Standorten der mobilen Teams entstehen vielerorts lange Warteschlangen. Seit heute ist erstmals wieder der Impfstoff begrenzt. Ärzt:innen sollten bis 14 Uhr maximal 48 Dosen Comirnaty bestellen, also 8 Vials. Die Menge wurde bereits von 30 Dosen angehoben.

Dennoch herrscht Unmut in den Arztpraxen. Die Kontingentierung des Biontech-Impfstoffes erhöhe dort den Druck weiter, sagt ein Kölner Apotheker. „Die Ärzte meckern immer.“ Eine Kollegin aus Nordrhein-Westfalen bekommt den Ärger der Mediziner:innen ebenfalls zu spüren und kann den Frust nachvollziehen. „Die Arzte möchten jetzt viel Impfstoffe haben, weil viele Patienten sich boostern möchten, aber leider kriegen die die Impfstoffmengen nicht.“

In ihrer heutigen Bestellung spiegelt sich auch die hohe Nachfrage nach Biontech wider: 52 Vials Comirnaty seien geordert worden. Den Moderna-Impfstoff wollen nur wenige, auch wenn für Spikevax keine Höchstmengenbegrenzungen gelten. Zwei Vials wird sie bei ihrem Großhändler von dem Impfstoff bestellen. Dazu käme ein Vial des Impfstoffs von Johnson & Johnson. Das deckt sich mit Berichten aus anderen Apotheken.

Die Nachfrage nach Impfstoffen ist auch aufgrund der geänderten Booster-Empfehlung seitens der Ständigen Impfkommission (Stiko) gestiegen. Am Montag, den 22. November, werden demnach 6,3 Millionen Dosen Impfdosen ausgeliefert. Durch die kurzfristige Änderung konnten die Apotheken heute ausnahmsweise bis 14 Uhr Bestellungen annehmen. Normalerweise endet die Bestellfrist um 12 Uhr. Aufgrund des geänderten Bestellprozesses muss auch der Großhandel seine Prozesse umstellen.

Noch ist nicht klar, wann die Rückmeldung über die tatsächlichen Liefermengen an die Apotheken erfolgen wird. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) wies darauf hin, dass es dazu kommen kann, dass eine Praxis auch weniger als die 48 bestellten Dosen Comirnaty erhalten kann.

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