Corona-Impfstoff an der Börse | APOTHEKE ADHOC
Gute Zeiten für Biotech-Unternehmen

Corona-Impfstoff an der Börse

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Berlin -

Neu aufkeimende Hoffnung auf einen Impfstoff gegen Covid-19 geben der Börse Auftrieb. Weltweit arbeiten zahlreiche Unternehmen an einem Corona-Impfstoff. Die aktuell veröffentlichten Ergebnisse zum Impfstoff-Kandidaten der US-Firma Moderna sind vielversprechend. Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer meldeten kürzlich ebenfalls positive Ergebnisse.

Beim Impfstoff-Kandidaten von Moderna handelt es sich um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Dabei wird dem Körper durch die Vakzine nur der Bauplan für das Virusprotein verabreicht, allerdings keine Bestandteile des Erregers selbst. Dadurch soll ein entsprechendes Virusprotein hergestellt werden, welches bei Kontakt mit dem Immunsystem spezialisierte Antikörper produzieren soll. Bislang ist jedoch noch kein Impfstoff dieser Art zugelassen worden. Dieser Fakt verleiht der Stimmung an der Börse keinen Abbruch.

Die Aktien von Moderna waren auf ein Rekordhoch geschnellt und gewannen am Ende rund sieben Prozent. Biotech-Analyst Cory Kasimov von der Bank JPMorgan sprach von „ermutigenden Zeichen der Wirksamkeit“ des Impfstoffs in der neuen Studie. Laut dem Analyst Michael Yee vom Brokerhaus Jefferies dürfte nun die Zuversicht zunehmen, dass es bald möglicherweise einen Impfstoff gegen die Lungenkrankheit gebe. Analyst Mark Chandler von der kanadischen Bank RBC schrieb mit Blick auf die positiven Nachrichten von Moderna: „Die anhaltenden Spannungen zwischen Washington und China sowie die täglichen Rekordzahlen an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Florida und Teilen von Kalifornien konnten die Begeisterung an den Aktienmärkten nicht dämpfen.“

Vor etwa zwei Monaten meldete Moderna erste Fortschritte bei der Suche nach einem möglichen Impfstoff gegen Sars-CoV-2. Damals wurde kommuniziert, dass der Kandidat sogar bei ersten Patienten eine Immunisierung erzeugte. Die Mitteilung ließ den Dow Jones um knapp 4 Prozent in die Höhe schießen – das war der stärkste Kursanstieg innerhalb eines Tages seit mehreren Wochen. Auch der Dax erhöhte sich um 5,6 Prozent. Die Moderna-Aktie war 20 Prozent nach oben geschossen.

Entwicklung läuft auf Hochtouren

Weltweit arbeiten zahlreiche Unternehmen an einem Corona-Impfstoff. Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer meldeten kürzlich ebenfalls positive Ergebnisse: Bei Tests in den USA entwickelten Probanden wirksame Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2. Unklar ist noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen. Das sollen nun Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen. Mehrere Experten bewerteten die Ergebnisse positiv. Der Immunologe Bernhard Fleischer, ehemaliger Direktor des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, sagte, die Ergebnisse seien „sehr bemerkenswert“. Er würde davon ausgehen, mit dem Impfstoff vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt zu sein. Erwiesen sei das aber noch nicht.

Die bereits erfolgten Tests in den USA umfassten 45 gesunde Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahren. 24 davon bekamen je zwei Injektionen des Wirkstoffs – einige in etwas höherer Dosis. Zwölf Probanden erhielten letztlich nur einmal eine hohe Dosis, dieser Ansatz wurde aber nicht weiterverfolgt. Hinzu kam eine neunköpfige Kontrollgruppe, die zwei Dosen Placebo bekam. Sofern zwei Dosen verabreicht wurden, geschah dies im Abstand von drei Wochen.

Sieben Tage nach der zweiten Impfung wurden bei allen 24 Probanden mit zwei Impfungen Antikörper festgestellt, die das Virus Sars-CoV-2 in einem anschließenden Labortest ausschalten konnten. Diese Menschen zeigten auch eine deutlich stärkere Antikörperbildung als Menschen, die bereits mit Sars-CoV-2 infiziert waren. Abhängig von der Impfstoff-Dosis hatten die Geimpften 1,8 oder 2,8 Mal mehr neutralisierende Antikörper gegen das Coronavirus gebildet. Zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kam es den Angaben von Biontech und Pfizer zufolge nicht, bei den Kandidaten mit zwei Impfungen seien lediglich „milde bis moderate lokale und systemische Reaktionen“ zu beobachten gewesen. Die am häufigsten vorgekommene lokale Reaktion sei ein Schmerz an der Einstichstelle gewesen.

 

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