Corona-Impfstoff Mitte 2021

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Berlin - Mehr als 150 Impfstoffe gegen das Coronavirus werden derzeit weltweit getestet. Experten schätzen, dass die ersten Zulassungen nicht mehr allzu lange dauern werden. WHO-Chefforscherin Soumya Swaminathan hält breite Corona-Impfung Mitte 2021 für möglich. Zuletzt hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für zwei potenzielle Covid-19 Impfstoffe genehmigt. Es handelt sich um zwei der neuartigen RNA-Impfstoffe von Biontech und Pfizer.

Der Impfstoff soll die Zahl von 200.000 registrierten Infektionen pro Tag senken und möglichst bald den Menschen weltweit wieder ein Leben ohne große Einschränkungen ermöglichen. Die Suche nach einem Impfstoff verläuft aktuell im Rekordtempo und geht schnell voran. Innerhalb kürzester Zeit starteten mehr als 150 Projekte, um verschiedene Vakzine zu prüfen. Keine sieben Monate nach Ausbruch der Pandemie werden nach Angaben der WHO bereits mehr als 20 potenzielle Impfstoffe am Menschen getestet. Einige wenige befinden sich sogar schon in oder kurz vor der entscheidenden klinischen Phase.

Experten sind zuversichtlich, dass es Erfolge bei den Impfstoffkandidaten geben wird. „Es wäre sehr viel Pech, sollten alle scheitern“, sagt etwa Soumya Swaminathan, Chefwissenschaftlerin der WHO. Sie geht davon aus, dass Mitte 2021 ein Impfstoff in größerem Maßstab zur Verfügung stehen könnte. Doch selbst dann – das muss klar sein – wird Impfen vermutlich nur ein Baustein im Kampf gegen das Virus sein. Auch Sebastian Ulbert vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) prognostiziert, dass es im kommenden Jahr mehrere zugelassene Impfstoffe geben wird. Er schränkt jedoch ein: „Der große Wurf wird da aber wahrscheinlich noch nicht dabei sein.“ So dürften die ersten Mittel nur bestimmten Gruppen zugutekommen, etwa jungen, gesunden Menschen. „Die Risikogruppen beim Corona-Virus, vor allem Senioren, sind auch am schwersten zu impfen.“ Ihr Immunsystem reagiert oft nicht so gut auf Impfungen. Bis alle erreicht werden können, werde es noch länger dauern.

Zwar haben einige Hersteller in den vergangenen Wochen Daten vorgelegt, denen zufolge bestimmte Impfstoffkandidaten im menschlichen Körper die Bildung von spezifischen Antikörpern anregen, die zumindest im Laborversuch die Virusvermehrung hemmen. Bislang wurde aber noch für keinen potenziellen Impfstoff nachgewiesen, dass er wirklich Menschen vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützt. Dafür sind klinische Studien der Phase III notwendig. Doch erst bei einem der Kandidaten ist eine solche Studie schon richtig angelaufen. Dabei bekommen Tausende Freiwillige den Impfstoff verabreicht. Nach einigen Monaten lässt sich dann feststellen, wie viele dieser Menschen sich im Vergleich zu einer Kontrollgruppe infiziert haben. „Es ist wichtig, Wirksamkeitsdaten aus kontrollierten klinischen Prüfungen zu bekommen. Dafür braucht man aber hohe Infektionsraten“, erklärt Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe bundesweit zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

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