Corona-Impfstoff: Phase-III-Studie mit 30.000 Probanden

, Uhr

New York - Im Rennen um einen Corona-Impfstoff geht in den USA ein aussichtsreiches Mittel in die heiße Phase seiner Erprobung. Eine klinische Phase-III-Studie mit 30.000 Probanden zu einem Impfstoffkandidaten der US-Biotech-Firma Moderna habe begonnen, teilte die zuständige Gesundheitsbehörde NIH am Montag mit.

Die erste Test-Impfung eines Patienten in der Stadt Savannah in Georgia am Montagmorgen sei ein „historisches Ereignis“ und die Geschwindigkeit der Entwicklung ein US-Rekord, sagte der US-Top-Immunologe und Regierungsberater Anthony Fauci. Erste Ergebnisse könnten möglicherweise im November vorliegen. In einer Phase-III-Studie wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt.

Die Studie finde an 89 Standorten in den USA statt, die Probanden würden in zwei Gruppen unterteilt: Die einen erhielten den Impfstoff, die anderen ein Placebo. „Diese wissenschaftlich strenge, randomisierte und placebokontrollierte Studie soll feststellen, ob der Impfstoff Covid-19 verhindern kann und wie lange ein solcher Schutz dauern kann“, so Fauci. Bei der Impfung wird den Probanden das Mittel zweimal im Abstand von 28 Tagen verabreicht. In einem ähnlich fortgeschrittenen Stadium werden der WHO zufolge derzeit nur eine Handvoll weiterer Wirkstoffe erforscht.

In bislang durchgeführten Tests mit dem Moderna-Mittel hatten Probanden laut NIH Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. So waren demnach bei 45 Teilnehmern im Alter von 18 bis 55 Jahren keine ernsthaften Nebenwirkungen eingetreten. Die Probanden bekamen zwei Injektionen des RNA-Impfstoffs und entwickelten mehr neutralisierende Antikörper als Personen, bei denen eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert worden war.

Bei einem RNA-Impfstoff handelt es sich um ein Mittel, das genetische Informationen des Erregers enthält. Die Körperzellen der geimpften Probanden sollen mit ihrer Hilfe Oberflächenproteine des Coronavirus herstellen – gegen die schließlich das Immunsystem Abwehrfaktoren bildet, beispielsweise Antikörper. Allerdings ist bislang kein genbasierter Impfstoff für Menschen zugelassen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

100 Apotheken sollen Aufwand erfassen
6,58 Euro sind zu wenig: Abda zählt Minuten »
„Irrsinn der Prioritätsignoranz“
Impfapotheker kritisiert Hausärzte »

Mehr aus Ressort

Frühere Infektion bietet keinen Schutz
Häufiger Reinfektionen bei jungen Menschen »
Weiteres
E-Rezepte für CallMyApo – und Shop-Apotheke
Zava knackt Millionenmarke»
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B