Neue Impfstoff-Strategie

Auf der Suche nach „Corona-Killerzellen“ Alexandra Negt, 23.05.2020 18:57 Uhr

Berlin - Weiße Blutkörperchen, die Sars-CoV-2 vernichten können, ohne jemals mit dem Virus in Berührung gekommen zu sein – das könnte eine neue Strategie in der Forschung rund um Covid-19 werden. Amerikanische und deutsche Wissenschaftler kamen unabhängig voneinander zu diesen neuen Erkenntnissen.

Experten sind sich einig, dass die momentane Pandemie nur mit einem Impfstoff erfolgreich bekämpft werden kann. Die aktuellen Ansätze in der Impfstoffforschung basieren darauf, dass das Immunsystem nach der Impfung zur Bildung von Antikörpern angeregt werden soll. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt derzeit 118 Projekte – weitere werden noch dazu kommen. Nun haben amerikanische und deutsche Wissenschaftler unabhängig voneinander eine neue Strategie entwickelt: T-Zellen, die vorher noch nie mit Sars-CoV-2 in Berührung gekommen sind, sollen in der Lage sein, das Virus als pathogen zu identifizieren und zu vernichten.

Bisher wussten Forscher nicht, inwiefern diese weißen Blutzellen bei infizierten Menschen auf das Virus reagieren. T-Zellen stellen gemeinsam mit den B-Lymphozyten die erworbene Immunantwort dar. Beide Untersuchungen zeigen nun, dass T-Zellen das Coronavirus attackieren. Erste Studien lassen vermuten, dass die neue Strategie der Wissenschaftler erfolgreich sein könnte. Die Immunzellen bekämpfen die Viruserkrankung auf zwei Ebenen: Zum einen können T-Zellen Pathogene im Körper erkennen und als Folge Botenstoffe ausschütten. Die Zytokine sorgen dafür, dass weitere Immunzellen angelockt werden – das gesamte Abwehrsystem wird aktiviert. T-Killerzellen greifen die Zellen im Körper an, die dem Virus als Wirt dienen, und töten sie ab – folglich kann das Virus sich nicht replizieren. Zum anderen können T-Helferzellen ein bestimmtes Protein auf der Virusoberfläche erkennen.

Der Verlauf von Covid-19 hängt maßgeblich von der ausgelösten Immunantwort ab. In einer der Studien aus dem Fachjournal „Cell“ untersuchten US-Forscher, welche Proteine des Virus die stärkste Reaktion der T-Zellen auslösen. Für die Untersuchung wurden Immunzellen von 20 Patienten herangezogen, die Covid-19 überstanden hatten. „Wir wählten speziell Patienten mit einem milden Krankheitsverlauf aus, um zu sehen, wie eine normale Immunantwort aussieht“, erklärt einer der Forscher, „denn das Virus kann bei manchen Menschen sehr ungewöhnliche Dinge tun.“

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