B.1.1.7: Sterblichkeit um 64 Prozent erhöht

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Berlin - Die ursprünglich in Großbritannien entdeckte Virusvariante B.1.1.7 hat mittlerweile deutlich an Bekanntheit erlangt. Schon zu Beginn war klar, dass sie deutlich infektiöser ist als ihr Wildtyp. Erste Untersuchungen zeigten dann auch eine erhöhte Sterblichkeit bei den Infizierten. Neuste Daten ermitteln gar einen Anstieg der Sterblichkeit von rund 64 Prozent. Mittlerweile konnte sich die Variante auch hierzulande durchsetzen: Sie ist für mehr als die Hälfte aller Infektionen verantwortlich.

Bereits im Februar hatten Mathematiker eine verdoppelte bis verdreifachte Sterblichkeit für die Virusvariante B.1.1.7 ermittelt. „Das nach Infektion mit der britischen Mutante bestehende Sterberisiko ist für 80-Jährige mehr als 1000 Mal so hoch wie für 20-Jährige“, erklärte der Stuttgarter Mathematiker Christian Hesse. Der Wissenschaftler der Stuttgarter Universität bezog sich bei den Daten auf die sogenannte Infektionssterblichkeit: Das ist der Anteil der Corona-Toten unter allen Infizierten, ob getestet oder nicht.

Die Universität Exeter hat die Berechnungen nun bestätigt und ihre Ergebnisse im „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlicht: Für ihre Studie hatte das Team virtuell 55.000 gematchte Paare gebildet, die sich in verschiedenen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Wohnort und Vorerkrankungen sehr ähnlich waren. Eine der Personen war mit der Variante B.1.1.7 infiziert, die andere mit einer anderen Virusvariante.

Sterberisiko deutlich erhöht

Anschließend untersuchte das Team die Höhe des Sterberisikos innerhalb von 28 Tagen nach positivem PCR-Test: Bei der britischen Virusvariante starben 4,1 von 1000 Infizierten, bei den anderen Virusvarianten waren es nur 2,5 von 1000 Infizierten. Das relative Risiko war damit um 64 Prozent erhöht. „Zusammen mit ihrer Fähigkeit, sich schneller zu verbreiten, macht das B.1.1.7 zu einer Bedrohung, die ernst genommen werden sollte“, schlussfolgern die Forscher:innen.

Seit September kursiert die Mutante, die erstmals in Großbritannien entdeckt wurde. Mittlerweile wurde sie in über 90 Ländern weltweit nachgewiesen, darunter auch in Deutschland. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) hat sie sogar die Oberhand gewonnen: In der neunten Kalenderwoche war sie für 55 Prozent aller Infektionen mit Sars-CoV-2 verantwortlich. Das RKI geht davon aus, dass der Anteil noch weiter ansteigen wird.

 

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