Apotheker- und Ärzteverbände fürchten harten Corona-Winter

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Berlin -

Apotheker, Ärzte und Zahnärzte ziehen selten komplett an einem Strang. Angesichts der sich aktuell wieder verschärfenden Covid-19-Pandemie sprechen nun aber selbst die allzu oft verstrittenen Heilberufsgruppen mit einer Stimme: Abda, Ärzte- und Zahnärzteverbände schwören ihre Mitglieder mit einem offenen Brief auf einen harten Corona-Winter ein. Auch die Politik erinnern sie an ihre Verantwortung: Es brauche eine nationale Covid-19-Impfstrategie, so die Forderung.

Es könnte hart kommen in den vor uns liegenden Monaten: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen steigt kontinuierlich an, lag zuletzt wieder bei fast 2500. In Berlin und anderen Städten wurden die Einschränkungen des öffentlichen Lebens bereits wieder verschärft. Und der Winter hat noch nicht einmal angefangen. „Uns stehen schwierige Monate bevor“, schreiben die Vorstände von Abda, Bundesärztekammer (BÄK), Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) nun in einem offenen Brief an ihre Mitglieder. „Wir bitten Sie deshalb heute noch einmal eindringlich um Ihre Unterstützung.“

Denn im Winter werde es auch erschweren, angemessen auf eine ausufernde Infektionslage zu reagieren. „War es im Frühjahr noch aufwendig aber möglich, trotz weitreichender Maßnahmen einen geordneten Ablauf in Praxen, Apotheken und Krankenhäusern zu gewährleisten, so wird dies in der beginnenden kalten Jahreszeit voraussichtlich sehr viel schwieriger.“ Auch vor allzu großen Hoffnungen auf einen Impfstoff warnen Abda-Präsident Friedemann Schmidt, BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt, BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel sowie die KBV- und KZBV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Andreas Gassen und Dr. Wolfgang Eßer.

„Auch wir hoffen auf die schnelle Einführung eines wirksamen und sicheren Impfstoffes, aber wir wissen auch um die absehbaren Herausforderungen bei der flächendeckenden Verfügbarkeit“, so die Standesvertreter, die im gleichen Atemzug klarmachen, dass sie die Verantwortung dafür auch bei der Politik sehen: „Hier erwarten wir klare und verbindliche politische Vorgaben im Rahmen einer nationalen Impfstrategie und fordern diese auch ein.“ Bis die dafür notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen seien „und mit Sicherheit auch bis weit in die Anwendungsphase eines solchen Impfstoffes hinein müssen wir dafür Sorge tragen, dass sinnvolle Maßnahmen zur Risikominimierung von der großen Mehrheit der Bevölkerung weiterhin akzeptiert und umgesetzt werden.“

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