Treuhand: 2,6 Millionen Euro ist der neue Durchschnitt

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Berlin - Der Umsatz der Apotheken legte 2019 im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um 5,6 Prozent zu. Das geht aus einer Auswertung der Treuhand Hannover hervor. Der Steuerberatungsgesellschaft zufolge lag das aber zum Großteil an höherpreisigen Rx-Arzneimitteln und nur zu einem geringen Teil an mehr verkauften Packungen. Und die Rohgewinnspanne geht weiter in den Keller.

Welche Auswirkungen die Corona-Krise auf den Apothekenmarkt hat, wird man erst in ein paar Monaten genau sagen können. Doch die Effekte sind Anfang 2020 eingetreten, sodass ein erster Vergleich mit 2018/2019 möglich ist. Normalerweise präsentiert die Abda im Frühjahr beim DAV-Wirtschaftsforum die wirtschaftliche Lage der Apotheken. Doch der Termin ist in diesem Jahr Corona-bedingt ausgefallen. Die Treuhand hat in etwas geringerem Umfang Umsätze, Kosten und Ergebnisse von etwa 3500 Apotheken ausgewertet.

Der Durchschnittsumsatz einer Apotheke in Deutschland liegt nach den Zahlen der Treuhand inzwischen bei über 2,6 Millionen Euro. „Als Trend zeigt sich, dass insbesondere die kleinen Apotheken bei der positiven Entwicklung nicht mithalten und vermehrt aus dem Markt ausscheiden“, so die Analyse der Steuerberater. Ein Teil der durchschnittlichen gestiegenen Umsätze ist daher erneut auf das Apothekensterben zurückzuführen: 2019 gaben netto 348 Apotheken auf.

Etwa 78 Prozent aller Apotheken konnten den Umsatz 2019 steigern – die Entwicklung war aber je nach Standort, Umsatzgröße und Apothekentyp sehr unterschiedlich. Eine früher typische Kenngröße der Treuhand ist damit weggefallen: die „typische Apotheke“ mit den meisten Apotheken einer definierten Umsatzklasse gibt es nicht mehr. Stattdessen hat die Grafik jetzt zwei Spitzen: bei 1,5 bis 1,75 Millionen Euro Umsatz und bei 2,5 bis 2,75 Millionen Euro.

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