Kassennachschau

Steuerberater warnen vor Trickbetrügern Lothar Klein, 02.03.2018 14:10 Uhr

Berlin - Seit Jahresbeginn haben die Finanzämter mit der Kassennachschau ein neues Instrument zur Kontrolle von Apotheken zur Hand: Finanzamtsmitarbeiter können in die Apotheken spazieren, die Buchhaltung und Kasse ohne Voranmeldung prüfen und bei Ungereimtheiten sofort zur Betriebsprüfung übergehen. Eine Durchführsverordnung sorgt jetzt für neuen Ärger: Die ABDA kämpft gegen den Kassenbuch-Zwang und die Steuerberater warnen vor Trickbetrügern.

Am 22. Februar hat das Bundesfinanzministerium den Entwurf eines „Anwendungserlasses“ zur Durchführung der Kassennachschau verschickt. Dagegen wehrt sich jetzt die ABDA in einer Stellungnahme: Darin werde geregelt, dass Apotheker als buchführungspflichtige Steuerpflichtige für Bargeldbewegungen ein Kassenbuch in Form von aneinandergereihten Kassenberichten zu führen hätten. Gesetzlich definiert sei ein Kassenbuch indes nicht. Aufzeichnungen könnten vielmehr auch in der geordneten Ablage von Belegen bestehen oder auf Datenträgern geführt werden. „Aus unserer Sicht wäre es daher wünschenswert, wenn die Regelung klarstellend ergänzt würde um die Möglichkeit der Führung eines Kassenbuchs durch elektronische Grundaufzeichnung verbunden mit der geordneten Belegablage“, fordert die ABDA.

In der Apotheke würden bereits jetzt alle täglichen Verkaufsvorgänge einzeln erfasst. Die Erfassung von Einzeleinnahmeaufzeichnungen erfolge in den Apotheken mit einer PC-Kasse, wobei einzelne Verkaufsvorgänge abgebildet würden und Tagessalden in die Buchhaltung eingelesen werden könnten. Dadurch könnten die einzelnen Buchungen erfasst werden. „Das Führen eines Kassenbuchs parallel dazu bringt insofern aus unserer Sicht keinen Mehrwert für die Dokumentation“, schreibt die ABDA. Die „Kassensturzfähigkeit“ sei durch die Möglichkeit der elektronischen Grundaufzeichnung gekoppelt mit der geordneten Ablage von Belegen ebenfalls gewährleistet. Ein Buchsachverständiger sei jederzeit in der Lage, den Sollbestand laut Aufzeichnungen mit dem Istbestand der Geschäftskasse zu vergleichen.

Der Entwurf der Anwendungsverordnung sehe zudem vor, dass Amtsträger auch vor dem Januar 2020 verlangen könnten, dass Daten nach seinen Vorgaben maschinell ausgewertet beziehungsweise ihm auf einem maschinell verwertbaren Datenträger zur Verfügung gestellt werden. Die ABDA geht aber davon aus, dass diese Pflicht erst ab 2020 gilt: „Aus Gründen der Praktikabilität und Rechtssicherheit wäre es dringend wünschenswert, die Regelung im Entwurf zu modifizieren und eine solche Pflicht generell erst nach dem 1. Januar 2020 vorzusehen. Die sofortige Abgabe der Daten in elektronischer Form ist für eine nennenswerte Zahl der Apotheken derzeit nur zeitverzögert umsetzbar.

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