Noweda will politisch Druck machen

Kuck: „Das bräsige ‚Weiter so‘ durchbrechen“ Alexander Müller, 25.11.2018 13:06 Uhr

Essen - Die Noweda sieht sich traditionell nicht nur als Großhändler, sondern auch als Sprachrohr und Kampfeinheit der Mitglieder gegenüber der Politik. Bei der Generalversammlung der Genossenschaft ging der Vorsitzende Dr. Michael Kuck die politisch Verantwortlichen und namentlich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) scharf an. An ein Rx-Versandverbot glaubt der Chef des Großhändlers allerdings auch nicht mehr so recht.

Spahn habe die Apotheker auf dem Deutschen Apothekertag (DAT) enttäuscht, das Rx-Versandverbot werde immer noch nicht ernsthaft angegangen. „Machen wir uns keine Illusionen“, so Kuck, das Rx-Versandverbot sei seit dem DAT „in weite Ferne gerückt“. Rechtliche Bedenken und Fragen der Staatshaftung hält Kuck allerdings für vorgeschobene Argumente. Schließlich gebe es „nicht wenige Rechtsexperten, die völlig anderer Meinung sind als Jens Spahn“.

Kuck glaubt, dass es in Wahrheit die Angst vor dem digitalen Zeitgeist ist, der auch über Spahn schwebe. Es sei die Angst, als altmodisch und rückwärtsgewandt zu gelten. „Die Angst davor, den Menschen erklären zu müssen, warum sie ihre verschreibungspflichtigen Medikamente besser nicht mehr im Netz kaufen sollen“, so Kuck. Die Zusammenhänge könnte man den Menschen erklären. „Wenn man es denn wollte.“ Jetzt müsse man hoffen, dass Spahn in die Sicherstellung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung genauso viel Zeit investiere wie in die Planung seiner nächsten Karriereschritte, stichelte Kuck.

Man werde weiter politischen Druck aufbauen, „um das bräsige ‚Weiter so‘ zu durchbrechen, das sich die gesundheitspolitisch Verantwortlichen in den letzten Jahren für die deutschen Apotheken geleistet haben“. Die flächendeckende Versorgung sei gefährdeter denn je, im Gegenzug nehme die Bürokratie immer weiter zu.

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