„Zukunftspakt“

Bestellportal: Noweda sammelt Apotheken ein Alexander Müller, 24.09.2018 10:34 Uhr

Berlin - Die Noweda hat ihren „Zukunftspakt“ mit dem Medienkonzern Burda vorgestellt und auch bei den Mitgliedern für das Konzept getrommelt. Die Apotheker werden von Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft nicht ohne Pathos aufgefordert, sich gegen die übermächtig werdende Versandkonkurrenz zu verbünden. Auch wenn es erst im Frühjahr richtig los geht, sollen sich die Apotheker jetzt schon für den Pakt einschreiben. Der Großhändler verspricht auch, dass die Teilnahme nicht teuer wird.

Das fünfseitige Schreiben an die Apotheken beginnt mit dem Warnruf: „Noch nie war das deutsche System der flächendeckenden Arzneimittelversorgung durch Vor-Ort-Apotheken so massiv gefährdet, wie es derzeit der Fall ist.“ Einen wesentlichen Anteil daran hätten die „aggressiv aus dem europäischen Ausland operierenden Arzneimittelversender“, die sich als „Online-Apotheken“ bezeichneten, aber längst nicht alle Leistungen erbrächten. Trotzdem würden die Versandkonzerne von Medien, Krankenkassen und Verbraucherzentralen bejubelt.

Die Politik sehe gleichfalls tatenlos zu, während die „unsägliche Rechtsprechung“ des EuGH es den Versendern erlaube, Arzneimittel „zu Dumpingpreisen“ zu verkaufen. Dabei agierten diese auch noch mit „unfairen Mitteln“, etwa wenn bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke“ Arzneimittel in gewöhnlichen Postpaketen verschickt würden. Das interessiere in der Politik aber niemanden, kritisiert der Noweda-Vorstand. Und das Rx-Versandverbot lasse auch weiter auf sich warten.

Im Schreiben an die Mitglieder geht es in diesem emotionalen Tonfall weiter, wenn die Wachstumszahlen der Versender präsentiert werden und die Noweda-Spitze auf eine Einschätzung der Marketingagentur Dr. Kaske verweist, wonach der Versandhandel schon 2023 einen Marktanteil von 30 Prozent haben könnte. Ganz zu schweigen vom Versandriesen Amazon, der seinen Einstieg in den vielversprechenden deutschen Markt vorbereite und bislang noch jede Branche „ohne Rücksicht angegriffen“ habe.

Nach so viel düsteren Prognosen werden die Apotheker verbal etwas in den Arm genommen und für ihre großartigen Leistungen gelobt. Jetzt müsse man gemeinsam etwas gegen diejenigen tun, die die das bestehende System rücksichtslos zerstören wollten: „Es ist an der Zeit zu handeln.“ Deshalb habe man sich mit dem Hubert Burda Medien-Verlag zusammengetan und den „Zukunftspakt Apotheke“ entwickelt. An dem Pakt können sich nicht nur Kunden des Großhändlers beteiligen, sondern grundsätzlich alle Apotheken.

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