Drohbrief und Falschaussage

Erpressung: Der Zöllner und die Apothekerin Alexander Müller, 15.05.2020 10:26 Uhr

Berlin - Eine Apothekerin aus Brandenburg bekommt einen anonymen Brief: 300.000 Euro verlangt der Verfasser unter Gewaltandrohung. Bei dem Erpresser handelt es sich ausgerechnet um einen Zollbeamten. Und der wehrt sich auch noch jahrelang gegen seine Entlassung aus dem Dienst – letztlich ohne Erfolg.

Der anonyme Briefeschreiber war erst als Lagerist und Vulkaniseur tätig, bevor er bei der Bundesfinanzverwaltung Karriere machte – vom Zollsekretär bis zum Zollbetriebsinspektor (Besoldungsgruppe A 9). Zuletzt war er im Geschäftsbereich des Hauptzollamtes als Leiter der Funksprechzentrale tätig und verbeamtet auf Lebenszeit. Zu der Apothekerin gab es eine persönliche Verbindung, wie sich später herausstellte: Seine Exfrau arbeitete in einer ihrer beiden Apotheken, die Inhaberin hatte dem Ehepaar sogar zwei Mitarbeiterdarlehen gewährt. Das zweite in Höhe von 55.000 Euro stotterte der Zollinspektor in monatlichen Raten von knapp 400 Euro ab.

Aufgrund dieser Umstände ging er wohl davon aus, dass die Pharmazeutin vermögend sein müsse. Und so verfasste er am 3. Juli 2011 während seines Dienstes und mit Mitteln der Dienststelle – darum sollte es später im Verfahren noch gehen – den Erpresserbrief: 300.000 Euro forderte er, wenn die Apothekerin vermeiden wolle, dass ihr, ihrer Familie sowie ihren Angestellten und deren Angehörigen etwas angetan werde. „Sie haben die Möglichkeit unsere Forderung zu erfüllen und damit Schaden von sich und ihren Angestellten abzuwenden, oder zur Polizei zu gehen und damit das Risiko einzugehen, dass wir uns dann mit Nachdruck Gehör verschaffen. […] Die Polizei kann Sie und alle Ihre Angestellten nicht dauerhaft schützen und uns habhaft werden schon gar nicht. […] Sollten Sie unsere Forderung erfüllen, werden Sie nie wieder etwas von uns hören, im anderen Fall werden Sie nicht mehr ruhig schlafen können.“

Die Briefmarke hatte der Zollbeamte mit Mineralwasser befeuchtet, den Brief nur mit Latexhandschuhen angefasst. Doch schon am Abend des 6. Juli schrieb er von seinem privaten Laptop aus in das Kontaktformular auf der Homepage der Apotheke: „Vergessen Sie den dummen Brief!“ Den dummen Brief las die Apothekerin aber erst am 7. Juli, ihr Ehemann fand die Nachricht auf der Homepage erst am Tag darauf.

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