Klauender Apotheker wieder unterwegs

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Berlin - Ein mutmaßlich spielsüchtiger Vertretungsapotheker, der jahrelang Apotheken bestohlen haben soll und im Herbst verurteilt wurde, ist offenbar wieder unterwegs: Mindestens eine Apothekerin soll er um mehrere Tausend Euro erleichtert haben. Den Behörden und Apothekerkammern sind derzeit allerdings die Hände gebunden – sie warten noch auf das schriftliche Urteil.

Der Vertretungsapotheker stammt aus Frankreich, im Dezember 2009 wurde ihm vom Regierungspräsidium Stuttgart eine Approbationsurkunde ausgestellt. Zu diesem Zeitpunkt war er in seinem Heimatland zwar schon zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden – doch im polizeilichen Führungszeugnis fand sich dem Regierungspräsidium zufolge kein Eintrag. Der Pharmazeut habe somit Anspruch auf die Approbation gehabt.

Im Regierungspräsidium sind wiederholt Beschwerden eingegangen: Gegen den Vertretungsapotheker seien „in den vergangenen beiden Jahren immer wieder Verdachtsmomente von Kollegen wegen Betrugs und Urkundenfälschung aufgrund einer bestehenden Spielsucht“ geäußert worden, bestätigt eine Sprecherin. Derzeit liege der Approbationsbehörde aber noch kein Urteil gegen den Pharmazeuten vor.

Jetzt soll der Apotheker in der Nähe von Karlsruhe wieder zugeschlagen haben: Nur eine Woche hat er in der betroffenen Apotheke gearbeitet. In dieser Zeit soll er mehrere Tausend Euro aus dem Tresor gestohlen und im Handverkauf Geld unterschlagen haben. Die Apothekerin war von einem Mitarbeiter ihres Großhändlers gewarnt worden, der den Vertretungsapotheker erkannt hatte, und zeigte den mutmaßlichen Dieb an.

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