Auf den Spuren der Trickbetrüger

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Berlin - Trickdiebe perfektionieren ihre Masche und wenden sie dann so lange an, bis sie sich zu weit herumgesprochen hat und nicht mehr funktioniert. Die Methode „Hose runter“ wurde offenbar eigens für Apotheken entwickelt. Die bislang bekannten Fälle zeigen einen erstaunlich hohen Grad der Übereinstimmung. Jetzt hat es erneut eine Apotheke in Berlin erwischt. Die Inhaberin geht mit Details an die Öffentlichkeit, um ihre Kollegen zu warnen.

Auch in diesem Fall war eine PTA alleine am HV-Tisch, als die falsche Kundin die Leuchtturm-Apotheke in Berlin Hermsdorf am nördlichen Stadtrand betrat. Etwas später kam eine Kollegin hinzu. Sie ist eine Pharmazieingenieurin mit viel Berufserfahrung, musste selbst schon einige Ausraster von Kunden miterleben, Diebstahl und sogar einen Überfall – und war trotzdem in dieser Situation so perplex wie viele ihrer Kollegen.

Die Kundin, eher klein von Gestalt, gut gekleidet und mit Kopftuch, Brille und Mundschutz versehen, hatte zunächst in einer Mischung aus gebrochenem Deutsch und Englisch und gestikulierend über Schmerzen am Gesäß geklagt und mit Gesten Richtung Sichtwahl Voltaren verlangt. Einen 200-Euro-Schein hatte sie schon in der Hand. Die Pharmazieingenieurin kann sich vorstellen, dass zu diesem Zeitpunkt der ebenfalls typische Wechselgeld-Betrug noch als Option im Raum stand.

Doch es kam anders: Als die PTA den Schein im Backoffice mit ihrer Kollegin prüfen wollte, kam die Kundin selbst nach hinten und entblößte sich. Die beiden Angestellten der Apotheke wollten sie wieder nach vorne bugsieren, doch die Frau hielt sich an den Tischen fest. „In dem Moment muss sie sich die großen Scheine gegriffen haben“, vermutet die Pharmazieingenieurin. Ausgerechnet an diesem Tag hatte sich nämlich der Kassenabschluss wegen eines Softwarefehlers verzögert, so dass eine Kassenschublade herumstand.

Schließlich stürmte die Kundin, immer noch halb nackt, wieder nach vorne in die Offizin, verlangte noch ein Antibiotikum, und verließ „Rassist! Rassist!“ rufend die Apotheke. Dass in der Kassenschublade insgesamt 650 Euro fehlten, bemerkte das Apothekenteam erst später. Die Polizei wurde gerufen, nahm sogar Fingerabdrücke von der Tischplatte, verbreitete aber wenig Hoffnung in der Leuchtturm-Apotheke. Oft würden unterschiedliche Personen für den eigentlichen Diebstahl eingesetzt. Gegenüber APOTHEKE ADHOC bestätigte ein Sprecher der Berliner Polizei, dass es sich in solchen Fällen sehr wahrscheinlich um eine Gruppe mit mehreren Tätern handelt.

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