Tausende Dosen verfallen in Praxen

AstraZeneca: Ärzte wollen Impfstoff retournieren

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Berlin -

Die anfängliche Knappheit an Covid-19-Impfstoff ist Geschichte. Die Kühlschränke in vielen Arztpraxen sind durch Apotheken gut bestückt. In Baden-Württemberg macht die Kassenärztliche Vereinigung (KV) jetzt auf den drohenden Verfall mehrerer 10.000 Dosen aufmerksam.

Die Länder sollen aus ihren Reserven überschüssige Covid-19-Impfstoffe zurückgeben. Baden-Württemberg werde nach Aufforderung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) rund 450.000 Dosen retournieren, teilt die KV mit. Insgesamt würden rund 2,3 Millionen Impfdosen zusammenkommen, die an ärmere Länder gespendet werden sollen.

Der stellvertretende KV-Vorstand Dr. Johannes Fechner begrüßt dieses Vorgehen, kritisiert aber, dass die Arztpraxen die überzähligen Impfdosen nicht zurückgeben können. „Covid-Impfstoff einzusammeln und an Länder des globalen Südens zu spenden, ist absolut die richtige Maßnahme. Denn warum sollten wir Impfstoff in unseren Kühlschränken lagern, der bei uns nicht abgerufen wird, wenn er in anderen Ländern dringend gebraucht wird“, so Fechner. „Allerdings fragen wir uns, warum das Bundesgesundheitsministerium nicht auch den Impfstoff aus den Arztpraxen zurücknehmen will.“ Das seien allein in Baden-Württemberg mehrere 10.000 Impfdosen, vor allem AstraZeneca, die noch dazu demnächst verfielen.

Mögliche haftungsrechtliche Bedenken weist Fechner zurück: „Auch in den Arztpraxen wird auf die richtige Handhabung der Impfstoffe und die Einhaltung der Kühlkette geachtet. Es gibt kein Argument dafür, dass die in den Arztpraxen gelagerten Impfdosen schlechter sind als die aus den Impfzentren.“ Fechner betont: „Der Kampf gegen die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei. Wir gewinnen ihn nur, wenn wir weltweit möglichst viele Menschen impfen. Daher sollten wir keine einzige Impfdosis, die in Deutschland nicht verimpft werden kann, wegwerfen.“

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