Apotheker kämpft gegen Maskenpflicht – und gewinnt vor Gericht

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Berlin -

Apotheker Birger Bär bleibt umtriebig und umstritten: Vom Klimaschützer hat er sich zu einem der prominentesten Kritiker der Corona-Maßnahmen in seiner Heimatregion entwickelt – und dabei keine Berührungsängste gegenüber der Querdenker-Bewegung gezeigt. Seine Weigerung, sich an die Maßnahmen zu halten, brachte ihn nun vor Gericht. Verurteilt wurde er jedoch nicht.

Bär ist nicht nur Inhaber der Hirsch-Apotheke in Lörrach, sondern mittlerweile auch als Aktivist in seiner Stadt bekannt wie ein bunter Hund. Mit Beginn der Corona-Pandemie hat er ein neues Betätigungsfeld gefunden: Er kämpft gegen die, aus seiner Sicht, übertriebenen und ungerechten Infektionsschutzmaßnahmen. Vergangenes Frühjahr stellte er sich mit dem Megaphon auf einen Balkon am Lörracher Marktplatz und hielt eine Rede, seine Apotheke nutzte er als Schaufenster für seine Botschaften, im November trat er gar als Redner auf einer Querdenker-Demo auf. „Ich bin ja eher in Richtung der Querdenkenden unterwegs“, sagt er vorsichtig, betont dabei aber, dass er keineswegs das Virus verharmlosen oder die Pandemie leugnen wolle.

Auch gegen die Corona-Impfungen stelle er sich nicht prinzipiell. „Jeder, der sich impfen lassen möchte, soll sich gern impfen lassen, ich will nur keinen Zwang“, sagt er. Er selbst hege Zweifel an der Effektivität und Sicherheit der zugelassenen Impfstoffe. Doch das eigentliche Stichwort ist der zwang, ihm gehe es nämlich vor allem um Freiheit und Partizipation. „Ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch und Apotheker“, sagt er. „Deshalb sind viele dieser Maßnahmen für mich unerträglich gewesen. Ich hoffe, wenn man die heutige Zeit irgendwann einmal historisch einordnet, dass man dann erkennt, dass die Mächtigen da vollkommen übers Ziel hinausgeschossen sind.“

Bereits vergangenes Frühjahr hatte er gegen Grenzschließungen und Reisebeschränkungen mobilgemacht, mittlerweile wendet er sich vor allem gegen die Maskenpflicht, speziell die unter freiem Himmel. „Gesundheitsschutz tut Not, das würde ich nie leugnen. Aber die Art, die in meinen Augen so sinnlos ist, kann ich nicht akzeptieren. Eine Maskenpflicht im Freien halte ich für absolut grotesk. Das bringt nichts und es gibt keine Studie, die das belegen würde.“

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