Fehlende Versichertennummer

AOK retaxiert – und hilft Apotheke Nadine Tröbitscher, 21.03.2019 13:18 Uhr

Berlin - Apotheken in Kinderarztnähe kennen das Problem: Neugeborene haben oft noch keine Versichertennummer und doch stellen die Mediziner Rezepte aus. Apotheken laufen Gefahr, eine Retaxation zu kassieren, wie kürzlich geschehen. Die AOK kürzte auf Null, bot der Apotheke jedoch zugleich die Möglichkeit, das Rezept erneut einzureichen und die Versichertennummer nachzutragen. Die lieferte die Kasse überraschenderweise gleich mit. Doch nicht jede Kasse geht diesen Weg.

„Die angelieferte Krankenversicherungsnummer ist fehlerhaft oder ungültig. Bitte bereinigen Sie Ihren Datenbestand und reichen die Rechnung erneut mit folgender Krankenversicherungsnummer […] ein“, begründete die AOK die Retaxation. Nötig war dies aus Sicht der Kasse, weil die Versichertennummer des Neugeborenen fehlte. Und die Kasse zahlt gewöhnlich erst, wenn das Kind auch angemeldet ist.

Die Apotheke hat dann in der Regel zwei Möglichkeiten – mit der Abrechnung warten, bis die Eltern die Versicherungsnummer nachreichen, sobald die Karte da ist. Oder selbst bei der Kasse nachfragen, ob das Kind schon aktenkundig ist. Die erste Möglichkeit bedeutet einen nicht unerheblichen Mehraufwand für die Apotheke. Mitunter kann die Ausstellung eines neuen Rezepts oder eine Änderung des Ausstellungsdatum notwendig sein, wenn zum Zeitpunkt der Vorlage der Versichertenkarte der Abrechnungszeitraum überschritten wurde.

Zum Problem kann es in beiden Fällen werden, wenn die Eltern das Neugeborene noch gar nicht bei der Krankenkasse angemeldet haben. Doch genau das müssen sie tun, denn nur dann kann die Kasse den Neugeborenen eine Versichertennummer ausstellen. Dazu bedarf es eines Antrags und einer Kopie der Geburtsurkunde. „Innerhalb weniger Tage nach Antragstellung erhält das Neugeborene eine eigene Versichertennummer. Aus unterschiedlichen Gründen kann diese Vergabe auch etwas länger dauern. Unabhängig von diesem Vergabeverfahren ist die medizinische Versorgung für das Neugeborene von der Geburt an selbstverständlich gesichert und hat höchste Priorität“, so die AOK Nordost.

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