Adrenalin-Notfallpen

Fastjekt-Retax: Apotheke war zu langsam Alexander Müller, 20.05.2019 09:49 Uhr

Berlin - Apotheker Michael Mantell hat das getan, was vermutlich jeder seiner Kollegen tun würde – er hat sich für die Versorgung einer Patientin ins Zeug gelegt. Und mit viel Aufwand hat er ihr dringend benötigtes Arzneimittel aus dem Ausland beschafft. Die Kundin dankte es ihm sehr, die Kasse nicht: Sie retaxierte Mantell auf Null. Aber der Apotheker hat noch Hoffnung.

Der behandelnde Arzt hatte Prednisolon und einen Notfallpen verordnet. Doch der Fastjekt war für die Stifts-Apotheke in Dortmund nicht aufzutreiben, immer wieder kommt es hier zu Lieferengpässen. Die Kundin war aber sehr auf das Präparat angewiesen: Als Bäckereifachverkäuferin mit einer schweren Wespenstichallergie muss sie einen Notfallpen bei sich haben.

Also setzte die Apotheke alle Hebel in Bewegung. Weil das Präparat bei keinem Großhändler zu bekommen war, besorgte Mantell es über einen Einzelimport. Die Patientin wurde versorgt – leider etwas zu spät, zumindest aus Sicht der Retaxfirma GfS. Im Namen der Hanseatischen Krankenkasse (HEK) retaxierten die Rezeptprüfer insgesamt 134,42 Euro. Begründung: „Die Verordnung wurde nicht innerhalb eines Monats nach Ausstellung beliefert.“

Tatsächlich war die Frist wegen der Verzögerungen mit dem Einzelimport überschritten worden. Am 6. September wurde das Rezept ausgestellt, aber erst am 12. Oktober beliefert. Allerdings hatte Mantells Mitarbeiterin dies mit einem handschriftlichen Vermerk auf dem Rezept erklärt und die Genehmigung für den Einzelimport mit in die Abrechnung gegeben.

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