6,58 Euro sind zu wenig: Abda zählt Minuten

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Berlin - 6,58 Euro bekommen die Apotheken für jedes Vial Corona-Impfstoff, das sie an Arztpraxen liefern. Das erscheint knapp bemessen angesichts des erheblichen Aufwands. Doch noch besteht Aussicht auf eine Erhöhung: Bis zum 17. Mai muss die Abda gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) Zahlen vorlegen. An die Landesapothekerkammern und -verbände wurde ein Fragenkatalog geschickt. Diese sollen den Aufwand nach Arbeitsschritten und minutengenau beziffern.

Dabei setzt die Abda nicht auf eine breite Befragung der Basis, sondern auf eine kontinuierliche Beobachtung von drei ausgewählten Mitgliedern aus jeder Organisation – also 102 Apotheken. Damit soll den „sehr volatilen Umgebungsbedingungen“ Rechnung getragen werden. Credo: Lieber weniger Apotheken beobachten, dafür kontinuierlich über mehrere Wochen.

In der pseudonomisierten Befragung werden keine Patienten- oder Gesundheitsdaten erhoben. Praktisch: Die Beantwortung erfolgt online über Survey-Monkey. Jede Woche sollen die Teilnehmer für jeden beteiligten Mitarbeiter für alle Tätigkeitsschritte die benötigte Zeitdauer eintragen. Auch wenn zwischen Bestellung der Ärzte bis zur Auslieferung jeweils zwei Kalenderwochen vergehen, sollen die Apotheken jede Woche melden und die Werte bitte auch nicht mitteln.

Der erste Teil befasst sich mit Fragen zu Impfstoffbestellung: Rücksprache mit den Praxen, Prüfung der Bestellung auf Plausibilität und Richtigkeit, Umrechnung der Dosen in Vials, je nach Woche auch die Berücksichtigung der Verhältnisse der verschiedenen Impfstoffe. Dazu die Eintragung der Bestellung im Warenwirtschaftssystem für jeden Arzt und letztlich die Bestellung bis spätestens 15 Uhr an jedem Dienstag beim Großhandel. Nachdem bekannt ist, wieviel geliefert wird, müssen die Praxen über die Mengen und das voraussichtliche Lieferdatum informiert werden.

Der Personaleinsatz in Minuten soll für Apotheker:innen, PTA, PKA, Pharmazieingenieur:innen und Apothekerassistenten sowie andere Mitarbeiter:innen getrennt erfasst werden. Für eine bessere Vergleichbarkeit sollen die Apotheken Angaben zu ihrem Bestellverhalten machen. Wie viele Ärzte haben wie viel Impfstoff von welchen Herstellern bestellt? Wie viel hat der Großhandel jeweils zugesagt?

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