Ärzte „vermasseln“ Impfstoffabrechnung

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Berlin - Die Corona-Impfstoffe werden bestellt und an die Praxen geliefert – nur über die Abrechnung ihrer Dienstleistung sind die Apotheken noch immer in Unklaren. Daran sind nach Informationen von APOTHEKE ADHOC die Ärzte schuld: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Praxen eine ungültige Nummer zur Bestellung an die Hand gegeben. Eine Lösung steht kurz bevor – erzeugt aber zusätzlichen Aufwand.

Besonders ist die Abrechnung schon deshalb, weil die Vakzine im Besitz des Staates bleiben. Die Ärzte „verordnen“ ihre Bestellung zwar auf Muster-16-Formularen – um Rezepte handelt es sich dabei aber gerade nicht. Das wird schon daran deutlich, dass die Großhändler die tatsächlichen Mengen je nach Verfügbarkeit gemäß ihrem Schlüssel zuteilen.

Auch die Apotheken erhalten kein Honorar, sondern eine Logistikpauschale. Dabei strecken sie die Vergütung der Großhändler sowie die Kosten für das Impfbesteck vor. Und bekommen das Geld im Nachgang von Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS). Bislang ist das allerdings Theorie, denn die Apotheken können ihre Leistung noch gar nicht abrechnen.

Das Problem liegt beim Institutionskennzeichen („IK-Nummer“): Die von der KBV vorgegebene Kostenträgerkennung 100038825 für das BAS ist schlicht falsch. Dem Vernehmen nach verwendet die KBV intern die Nummer 38825 für das Bundesamt. Um für die Bestellung der Impfstoffe auf der Muster-16-Vorlage eine neunstellige IK-Nummer zu erzeugen, wurde der Ziffernfolge einfach eine „1000“ vorangestellt.

So einfach ist es aber leider nicht, denn IK-Nummern werden nach einer festgelegten Logik erstellt, die letzten vier Ziffern sind Prüfziffern. Das ist sofort aufgefallen, als entsprechend ausgefüllte Testbelege in die Warenwirtschaft der Apotheker übernommen werden sollten: Das System schreit Alarm und gibt eine Fehlermeldung. Bislang ungeklärt ist, warum dieser Lapsus nicht in den Softwaresystemen der Ärzte vorab bereits aufgefallen ist.

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