Zyto-Retax kassiert

Haltbarkeit: Gericht spricht Apotheker frei Alexander Müller, 16.03.2018 10:09 Uhr

Berlin - Krankenkassen dürfen Zyto-Apotheker nicht wegen Verwürfen retaxieren, wenn die Haltbarkeit der Wirkstoffe in der Hilfstaxe genau definiert ist. Sofern Wirkstoffe in der sogenannten Auffangreglung pauschal mit einer Haltbarkeit von 24 Stunden zusammengefasst sind, müssen Apotheker die Fachinformation zu Rate ziehen – aber auch nur diese. So hat es das Sozialgericht (SG) Nürnberg entschieden und damit Retaxationen der AOK Bayern kassiert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Gestritten wurde um die Abrechnung des Monats März 2012. Die AOK hatte ein Jahr später retaxiert, weil sie die von der Apotheke abgerechneten Verwürfe für unberechtigt hielt. Der Apotheker legte Einspruch ein und klagte im August 2014 schließlich vor dem SG Nürnberg.

Mehr als drei Jahre später und nach einem umfassenden juristischen Schlagabtausch gab das Gericht im Dezember dem Apotheker recht, jetzt liegen die Urteilsgründe vor: Die Kasse muss 3310,12 Euro zahlen. Nur eine zuvor beanstandete Retaxation über 12,99 Euro bleibt bestehen, weil bei dieser Abrechnung tatsächlich ein unberechtigter Verwurf vorgelegen hatte.

Die Kernfragen, über die vor dem Sozialgericht so umfassend gestritten wurde: Wann dürfen Zyto-Apotheken der Kasse nicht mehr verwendbare Anbrüche in Rechnung stellen und welche Angaben zur Haltbarkeit sind hier entscheidend? Aus Sicht des klagenden Apothekers sind die Angaben in der Hilfstaxe verbindlich, die AOK wollte das nur als Minimalstandard verstanden wissen und verwies auf die teilweise abweichenden Angaben zur Haltbarkeit in der Literatur.

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