Apotheker sollen Kassen schreiben

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Berlin - Der Schiedsspruch zur Hilfstaxe 3 stellt Apotheker vor große wirtschaftliche Herausforderungen. Nicht zuletzt weil die vom GKV-Spitzenverband und DAV verhandelten Abschläge rückwirkend ab November 2017 gewährt werden sollen. Der VZA zeigte auf seiner Jahrestagung am 16. und 17. März Probleme und Lösungen auf.

Nach dem Schiedsspruch aus dem Januar wurden die schon angelaufenen Open-House-Verträge aufgehoben. Einzig der Vertrag der AOK Rheinland/Hamburg, der für 95 Kassen mit elf Vertragspartnern geschlossen wurde, verliert seine Gültigkeit erst am 30. September. Das neue „Rabattkonzept“ für Zytostatika sieht eine Vielzahl von Möglichkeiten für die Kassen vor, um das Maximale an Rabatten herauszuholen. Dazu zählen an die pharmazeutische Industrie gerichtet das Aushandeln eines Erstattungspreises, Herstellerrabatte, der Abschlag nach Hilfstaxe sowie die Rabatte nach §130a Abs. 8a Sozialgesetzbuch (SGB V). Der Schiedsspruch regelt Teil 2 und 6 der Hilfstaxe im Bereich der Onkologie neu. „Der Schiedsspruch hat das Zeug dazu, die Herstellung von Zytostatika zum Verlustgeschäft zu machen. Es geht jetzt um wirtschaftliche Schadensbegrenzung“, so VZA-Präsident Dr. Klaus Peterseim.

Apotheker müssen für Originalpräparate, die im Anhang 2 gelistet sind, Abschläge von 0,05 bis 7,5 Prozent gewähren. Für nicht gesondert gelistete Originale fällt ein 1,6 prozentiger Abschlag an. Ein Problem: Mit Infliximab ist ein Wirkstoff gelistet, der in der Onkologie keine Anwendung findet – somit gelten die Abschläge nicht. Es wären also zwei Hilfstaxen nötig, um den Indikationen gerecht zu werden.

Die Fehlanwendung trifft auch für Eculizumab in Soliris zu. In diesem Fall hat die ABDATA falsch einen Abschlag gemeldet, obwohl das Arzneimittel keine onkologische Indikation hat. Ob man die ABDATA in Regress ziehen kann, sei unklar. Dem nicht genug soll der Abschlag rückwirkend gewährt werden müssen. Der Zeitpunkt sei ein Kompromiss aus dem vom GKV geforderten 1. September 2017 und dem Inkrafttreten des Schiedsspruches zum Januar 2018.

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