Aufstand der Zyto-Apotheker

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Berlin - Mit dem Schiedsspruch zur neuen Hilfstaxe sind viele Zyto-Apotheker unzufrieden. In Bayern hat sich als Reaktion jetzt eine Gruppe außerhalb der Verbände zusammengeschlossen. In einer Resolution fordern sie neue Rahmenbedingungen für die Zyto-Herstellung und laden alle entsprechend spezialisierten Kollegen mit eigener Herstellung ein, eine gemeinsame Plattform zu gründen.

21 Apotheker aus Bayern trafen sich jetzt in Langenbruck, südlich von Ingolstadt. Das sind laut Dr. Franz Stadler (Sempt-Apotheke, Erding) mehr als die Hälfte der bayerischen Apotheken, die über ein Reinraumlabor verfügen. Stadler hat das Treffen zusammen mit Dr. Thomas Wellenhofer (Bahnhof-Apotheke, Freilassing) initiiert. Thema des Treffen war, „wie unter den existenzgefährdenden Bedingungen des Schiedsspruches zur Hilfstaxe weiterhin eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten sichergestellt werden kann“.

Die neue Hilfstaxe war im Januar per Schiedsspruch festgelegt worden, nachdem sich der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der GKV-Spitzenverband in Verhandlungen nicht einig geworden waren. Die Regelung sieht höhere Rabatte für die Krankenkassen vor, die zum Teil rückwirkend gelten. Der DAV hat gegen den Schiedsspruch Klage eingereicht. Von verschiedenen Seiten wurde zudem eine Kündigung der Hilfstaxe gefordert.

Im Lichte dieser Entwicklung haben sich die Apotheker in Bayern zur Arbeitsgemeinschaft parenterale Zubereitungen (ARGE PareZu) zusammengeschlossen. Ironischerweise war das der Name eines Zusammenschlusses der großen Ersatzkassen, als diese exklusive Zyto-Verträge ausgeschrieben hatten. Solche Individualverträge hat der Gesetzgeber zwischenzeitlich wieder verboten. Stadler hatte selbst immer wieder öffentlich dagegen protestiert.

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