Kein Kompromiss

DAV kündigt Hilfstaxe APOTHEKE ADHOC, 10.07.2018 14:16 Uhr

Berlin - Die Verhandlungen des DAV mit dem GKV-Spitzenverband über die Neuordnung der Hilfstaxe sind offenbar gescheitert. Der DAV hat jetzt die Anlagen 1 und 2 und Teile der Anlage 3 gekündigt. Damit soll der Druck auf die Kassen erhöht werden. Denn ab Oktober müssten die Kassen für die Zubereitungen in vielen Fällen deutlich mehr bezahlen.

Um den Verhandlungsdruck gegenüber dem GKV-Spitzenverband (GKV-SV) zu erhöhen, habe der DAV bestimmte Teile gekündigt, heißt es in einer Mitteilung des Landesapothekerverbandes Schleswig-Holstein an die Apotheken. In Anlage 1 der Hilfstaxe findet sich die Liste der Arzneimittelpreise und in Anlage 2 die Liste der Gefäße. Beide Anlagen wurden zum 30. September gekündigt.

Beschlossen wurde die Kündigung am Rande der ABDA-Mitgliederversammlung am 28. Juni. Die Kündigung musste bis Ende Juni erfolgen. Zum DAV-Wirtschaftsforum Ende April beschloss die Mitgliederversammlung noch, zunächst weitere Verhandlungen mit den Kassen abzuwarten. Schon dort hatten einige Verbände auf eine Kündigung gedrängt. DAV-Chef Fritz Becker sagte dort: „Mit den Beschlüssen der Mitgliederversammlung haben wir eine gute Basis, um bei der Hilfstaxe voranzukommen. Der DAV ist weiter bereit, eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden.“ Das ist offenbar gescheitert.

Außerordentlich gekündigt hat der DAV auch die festgesetzten Zytostatika-Abschläge zu einzelnen Wirkstoffen gemäß Ziffer 7 der Anlage 3 Teil 2 der Hilfstaxe, „da bei diesen Wirkstoffen die Einnahmesituation für die Apotheke gegenüber dem Hilfstaxenpreis um mehr als 10 Prozent, teilweise sogar erheblich darüber hinaus, abweicht“, heißt es in der Mitteilung. Diese Kündigung wird bereits zum 31. Juli 2018 wirksam und umfasst folgende Wirkstoffe: Oxaliplatin, Cyclophosphamid, Methotrexat, Mitomycin, Bortezomib, Carfilzomib, Daratumumab, Infliximab (Flixabi), Infliximab (Inflectra), Infliximab (Remicade), Infliximab (Remsima), Irinotecan PEGliposomal (Onivyde), Nivolumab, Olaratumab, Pembrolizumab, Vinflunin , Trabectedin und Pixatron.

DAV und GKV-Spitzenverband haben nun bis Ende September Zeit für die Vereinbarung neuer Abschläge auf die betreffenden Wirkstoffe. Kommt eine neue Vereinbarung nicht zustande, muss die Schiedsstelle erneut entscheiden. Einstweilen sind parenterale Zubereitungen mit den gekündigten Wirkstoffen aber weiterhin auf Grundlage der derzeit gültigen Abrechnungspreise zu berechnen, so die Information.

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