Nachtdienstgedanken

Spahntastische Zustände Sarah Sonntag, 06.05.2018 09:29 Uhr

Berlin - Die politische Entwicklung unseres Berufsstands lässt zu wünschen übrig. Von unseren Vertretern dürfen wir uns auch nicht viel erhoffen. Apotheken sterben, das Rx-Versandverbot ist auch gestorben, vierstellige Retaxationen... Einzig die Kassen feiern ihr Plus. Wie wird es nun weiter gehen? Ein Gespräch mit meinem treuen Begleiter Max.

Der Arbeitsmarkt für Apotheker sieht zur Zeit rosig aus: Bundesweit suchen Inhaber nach approbiertem Personal, generell gibt es mehr Angebote als Gesuche und nach dem Studium hat man eine Stelle meistens sicher, wenn nicht sogar mehrere zur Auswahl. Mit einer Qualifikation hat man Zugang zu verschiedenen Arbeitswelten, das bietet auch nicht jedes Studium. Fakt ist auch, dass es in der Pharmazie kaum Arbeitslose gibt. Ein sicherer Job also, was will man mehr?

Das ist nur die eine Seite der Medaille. Die paradiesischen Zustände sind schnell relativiert, wenn man von der Realität des Berufsalltags eingeholt wird. Wie wäre es mit einem adäquatem Honorar von pharmazeutischen Dienstleistungen? Interessiert doch keinen Menschen, solange für uns keine anständige Lobbyarbeit gemacht wird. Max: Wenn wir deine Hochschulausbildung als Vermögensanlage betrachten, fällt mir in diesem Zusammenhang das magische Dreieck ein: Sicherheit, Rentabilität und Liquidität. Es lassen sich immer nur zwei Ziele erreichen. Hat sich denn dein Studium wenigstens gelohnt?

Die Pharmazie fasziniert mich immer noch. Doch der Berufsalltag bringt mich immer wieder ins Grübeln. Ich kann Max' Frage nicht wirklich beantworten. Ich bin sehr glücklich mit meinem Wissen, das ich auch gerne vertiefen möchte. Doch der Alltag verlangt mehr und mehr. Nicht dass ich den Anforderungen nicht gerecht werden kann... Nein, viel mehr ist es die Unfreiheit, die dem Berufsstand auferlegt wird. Angeblich zählen die Apotheker zu den Heilberuflern. Stimmt doch gar nicht! Von allen Seiten wird man eingeengt, die Schikane der Krankenkassen macht einfach nicht mehr Spaß. Und trotzdem freue ich mich auf jeden Menschen in der Apotheke, dem ich helfen kann.

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