Lieferengpässe

Funke: Politik hat keine Ahnung APOTHEKE ADHOC, 25.11.2019 10:08 Uhr

Berlin - Noch vor Jahresende will die Regierungskoalition Maßnahmen gegen Lieferengpässe bei Arzneimitteln beschließen. Dazu liegen Entwürfe für Änderungsanträge zum Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz (FKG) auf dem Tisch. Diese hält Ursula Funke, Präsidentin der Apothekerkammer Hessen, allerdings für wirkungslos. Mehr noch: Sie wirft der Politik Ahnungslosigkeit und Untätigkeit vor.

„Die ganz aktuell angedachten Pläne der Regierung bringen für die Situation im Alltag nichts. Wenn die gerade kursierenden Änderungsanträge zum Faire-Kassenwahl-Gesetz stimmen, nach denen es erlaubt werden soll, nach 24 Stunden (!) Karenzzeit auch ein anderes wirkstoffgleiches Nicht-Rabattvertragsarzneimittel abgeben zu dürfen, kann man nur sagen: Die Verfasser haben von der aktuellen Situation nicht auch nur ansatzweise eine Spur von Ahnung und sie sind als Patient nicht betroffen“, so Funke im aktuellen Info-Brief „LAK Aktuell“ an die Kammermitglieder. Funke forderte die Politik auf, „mit uns Apothekern nach nachhaltigen und effektiven Lösungen zu suchen, mit denen die Versorgung der Patienten im Mittelpunkt steht“.

Die Lösungen müssen laut Kammerpräsidentin ohne finanzielle Nachteile für die Patienten – wie häufigere Zuzahlung, wenn nur kleine Packungsgrößen bei Dauermedikation lieferbar sind – umsetzbar sein und müssen eine schnelle und unbürokratische Versorgung ermöglichen, die kurzfristig den Alltag erleichtern, „indem uns – und auch den ärztlichen Kollegen – nicht wegen Centbeträgen die Zeit gestohlen wird“. Mittelfristig müssten Lösungen her, dass Produkte, die in Rabattverträgen sind, auch in ausreichender Menge für die Versorgung lieferbar seien. Lebensnotwendige Arzneimittel müssten in Europa produziert werden.

Funke: „Darüber hinaus müssen all die Politiker endlich aufwachen, die Versandhandel, Automaten, Preiswettbewerb etc. für ach so innovativ und digital halten: damit funktioniert Patientenversorgung gerade bei Lieferengpässen rein gar nicht.“ Hier zeige sich, dass die persönliche Beratung, das persönliche Gespräch, das Erklären, warum es ein anderes Arzneimittel gebe, wie das neue Device angewandt werde, unersetzlich sei. „Wenn dies nicht stattfindet, sinkt die Adhärenz erst recht, was immense zusätzliche Kosten für das Gesundheitssystem verursacht. Gerade in diesem Zusammenhang zeigt sich auch wieder, wie unerlässlich uneingeschränkte Gleichpreisigkeit im Rx-Markt ist“, so Funke. Es sei auch längst an der Zeit, dass in den Apotheken vor Ort für diesen erheblichen Mehraufwand entsprechend honoriert werde. Funke: „Aufwachen und Handeln bei Politik und Krankenkassen ist gefordert!“

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