Allergien durch Eichenprozessionsspinner

Thaumetopoein: Gifthaare führen zu Quaddeln & Atemnot

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Berlin -

Im Frühjahr wird regelmäßig vor dem Eichenprozessionsspinner gewarnt: Die Raupenkörner des Nachtfalters können bei Kontakt zu massiven allergischen Reaktionen führen. Trotz aller Warnungen kommt es jedes Jahr zu zahlreichen Fällen. Nach dem Kontakt ist einiges zu beachten – auch was die Behandlung der Beschwerden angeht.

Die Raupennester des Eichenprozessionsspinners treten vor allem in den Monaten Mai und Juni auf. Wie der Name verrät, sind sie vor allem an Eichen – seltener auch an Buchen – zu finden. Die Raupenkörper sind mit zahlreichen Gifthaaren versehen, welche das Eiweißgift Thaumetopoein enthalten. Bei Kontakt kann es zu starken allergischen Beschwerden führen.

Raupenhaare als Gefahr

Die Haare sind jedoch nicht nur an den Raupen selbst zu finden. Sie können durch Wind oder Forstarbeiten verstreut werden und dadurch weit von den eigentlichen Nestern entfernt auftreten. Betroffene Bereiche sind daher oft großräumig abgesperrt. Auch noch Monate nach der eigentlichen Raupenperiode können die Haare bei Kontakt zu Symptomen führen. Daher können die Fälle auch außerhalb der typischen Monate auftreten.

Nach dem Kontakt mit Raupen, Larvenhüllen oder Nestern kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Juckreiz
  • Ausschlag
  • Quaddelbildung
  • Papelbildung
  • Hautentzündung (toxisch-irritative Dermatitis)
  • Bindehautentzündung bei Augenkontakt
  • Reizungen der Atemwege
  • asthmatische Beschwerden

Was ist nach Gifthaar-Kontakt zu tun?

Ist es bei einem Spaziergang zum Kontakt gekommen, empfiehlt der Deutsche Allergie- und Asthmabund Schuhe und Kleidung nicht mit in den Wohnbereich zu nehmen. Die Kleidung sollte direkt separat bei mindestens 60°C gewaschen werden. Außerdem sollte eine gründliche Dusche erfolgen. Da sich die Gifthaare leicht auf den Kopfhaaren verfangen können, sollten diese besonders gut ausgewaschen werden. Auch ein Ausspülen der Augen mit klarem Wasser kann sinnvoll sein.

Besteht der Verdacht, mit den Gifthaaren in Kontakt gekommen zu sein, sollten Betroffene einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen, damit eine erste Abklärung stattfinden kann. Je nach Ausmaß der Symptome können dann weitere Arztbesuche bei Dermatolog:innen oder Pneumolog:innen notwendig sein.

Behandlung: Antihistaminika, Kortison & Co.

Im Zuge der Behandlung kommen verschiedene Substanzklassen zum Einsatz. Bei Hautsymptomen stehen vor allem Antihistaminika und kortisonhaltige Dermatika im Fokus. Bei Symptomen der Atemwege werden häufig bronchienerweiternde Wirkstoffe und systemische Kortisonpräparate verordnet.

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