Eichenprozessionsspinner

Ein Schmetterling sorgt für Juckreiz Alexandra Negt, 25.04.2020 09:14 Uhr

Berlin - Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbarer Schmetterling aus der Familie der Zahnspinner. Er gehört zu den Nachtfaltern. Seit ein paar Jahren wird das Insekt zu einem immer größer werdenden Problem in Wäldern und großen Parks. Die Brennhaare der Raupe können beim Menschen zu einer sogenannten Raupendermatitis führen. Überall dort, wo die Haare auf die Haut gelangt sind, kommt es zu Juckreiz – zum Teil mit ausgeprägter Quaddelbildung. Viele Betroffene wissen nicht, was der Grund für die Hautreaktion sein könnte, da die Tiere meist unbemerkt bleiben, und suchen zunächst Rat in der Apotheke.

Die Brennhaare der Raupe sind sehr zerbrechlich. Bei ausreichend hoher Luftgeschwindigkeit verliert die Raupe die Haare – der Wind trägt sie weiter, weshalb die Gefahr eines Hautkontaktes nicht nur in der Nähe von Bäumen besteht. Auch nach Verpuppung der Raupen existiert ein Allergierisiko. Die Nester der Insekten beinhalten weiterhin die Larvenhäute, die Konzentration an Brennhaaren ist hier besonders hoch. Bei ausreichend großem Windstoß kann solch ein Nest zerstört werden. So können weiterhin Haare auf Parkbesucher niederfallen.

Raupendermatitis

Die Haare, die das Tier während des dritten Larvenstadiums trägt, lösen beim Menschen die allergischen Reaktionen aus. Meist hängen im Zeitraum von Anfang Mai bis Ende Juli in betroffenen Regionen Warnschilder. Die Brennhaare besitzen kleine Widerhäkchen, sie dringen leicht in die Haut ein und setzen sich dort fest. Eine Raupendermatitis ist gekennzeichnet durch: Juckreiz, Quaddelbildung, Rötung und Knötchenbildung. Häufig erinnert eine einzelne Papel an einen Insektenstich. Dadurch, dass meist viele Haare auf die Haut des Menschen gelangen, reihen sich die Knötchen aneinander. Wenn die Betroffenen zu sehr kratzen, kann sich die Haut entzünden und es können Keime eindringen.

Behandlung

Da die Haare der Tiere der Auslöser für den Juckreiz sind, haben Repellentien keine Wirkung. Auch lange Kleidung schützt nur bedingt, da die Haare sehr fein sind und sich weiterhin an unbedeckte Stellen wie Hände und Gesicht niederlassen können. Am besten meidet man betroffene Gebiete. Wer das Vorhandensdein der Tiere nicht bemerkt und unter plötzlichem Juckreiz leidet, der kann durch die Einnahme von oralen Antihistaminika den besten Effekt erzielen. Wirkstoffe wie Cetirizin oder Loratadin lindern effektiv die Raupendermatitis am ganzen Körper.

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