Studie: Notfall-Pens zu selten verordnet

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Berlin - Eine Übersichtsstudie des Deutschen Ärzteblatts sieht Defizite bei der Verschreibung von Notfallmedikamenten gegen anaphylaktische Schocks bei Allergikern, deren Patientenschulungen sowie der weiterführenden Diagnostik. Insgesamt sei die Akutbehandlung von Anaphylaxie mit Adrenalin in Deutschland zwar auf einem guten Stand, bei der Verfügbarkeit mangelt es aber.

Anaphylaktische Schocks sind als Maximalvariante einer allergischen Sofortreaktion nicht nur in Europa in den letzten Jahren häufiger geworden. Insbesondere bei Kindern zeige sich eine starke Zunahme von 41 auf 72 Fälle bei 100.000 Notaufnahmen, zitieren die Autoren eine andere Studie. Da sich die meisten anaphylaktischen Notfälle außerhalb von Krankenhäusern und Notaufnahmen ereignen, kommt der Selbstmedikation eine zentrale Rolle zu.

Damit sich Allergiker in Notsituationen selbst behelfen können, bedarf es jedoch eines „informierten Patienten, einer adäquaten Allergiediagnostik zur Ermittlung des Auslösers und eines Notfallsets zur Soforthilfe zur Selbstmedikation, bis ein Notarzt tätig wird“, schreiben die Mediziner Ludger Klimek, Johannes Ring und Margitta Worm. An diesen drei Dingen hapert es jedoch in Deutschland.

Ein Notfallset besteht im Wesentlichen aus einem Adrenalin-Autoinjektor, einem „für die Anwendung durch den medizinischen Laien konzipierten vordosierten Injektions-Pen“. Drei verschiedene Modelle gibt es dafür in Deutschland – diese unterscheiden sich jedoch in Dosis, Nadellänge und Auslösemechanismus, sodass ihre Handhabung unterschiedlich ist und jeweils einzeln an Dummies trainiert werden muss. „Deshalb sind auch die Handelsnamen wichtig, und es darf keinesfalls zu einem beliebigen Austausch wie bei Generikapräparaten kommen“, so die Autoren. „Es ist nicht möglich, über Rabattverträge einen verordneten Autoinjektor durch einen anderen ohne Einwilligung des verordnenden Arztes zu ersetzen.“

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