PTA-Examensvorbereitung

Sterile Augentropfen: Die Herstellung Eva Bahn, 08.03.2019 12:47 Uhr

Berlin - Im dritten Teil unserer Examensvorbereitung für PTA zum Thema Herstellung von Augentropfen in der Rezeptur dreht sich alles um das Thema Sterilität. Nicht nur die Geräte und die Tropfen selbst müssen möglichst keimfrei sein, sondern auch der Arbeitsplatz und die Hände. Hier erfahrt ihr, wie dies gewährleistet werden kann und was zusätzlich noch alles zu beachten ist.

Nachdem die Isotonisierung und die Konservierung errechnet wurde, geht es nun an die Herstellung der Augentropfen. Diese sollte idealerweise im Laminar-Air-Flow stattfinden, doch nicht jede Apotheke und jedes Schullabor kann mit einem solchen Gerät aufwarten. Sollte es nicht zur Verfügung stehen, so müssen die Augentropfen zügig in einem keimreduzierten Arbeitsbereich hergestellt werden. Um so schnell wie möglich arbeiten zu können, sollte jede PTA sich zuvor überlegen, was alles an Geräten benötigt wird, und welche davon hitzestabil genug sind um im Trockenschrank hitzesterilisiert zu werden. Es ist nicht sinnvoll, während der Herstellung noch etwas suchen zu müssen. Grundsätzlich ist eine Mehreinwaage von 10-20 Prozent sinnvoll, denn durch das Umfüllen der Lösungen in Spritzen und den Filtrationsvorgang geht Flüssigkeit verloren.

Für das Lösen der Feststoffe werden mindestens ein Becherglas, pro Substanz ein Uhrglas, je ein Entnahmelöffel, ein Spatelschlitten, eine sterile Einmalspritze samt Kanüle, Glasstäbe, Wasser für Injektionszwecke und Zellstoff zum Abstellen der heißluftsterilisierten Geräte benötigt. Ein anderes Wasser darf in keinem Fall für die Herstellung von Augentropfen benutzt werden, denn hier gelten besonders strenge Grenzwerte für Reinheit und Keimarmut. Für das Abfüllen der Lösung braucht man die benötigte Anzahl steril verpackter Augentropfflaschen, sterile Einmalkanülen und einen Sterilfilter. Vor der Herstellung müssen sämtliche Gerätschaften und der Arbeitsplatz selbst so keimarm wie möglich sein. Dafür werden die Flächen mit einem geeigneten Desinfektionsmittel gereinigt, und die Geräte hitzesterilisiert.

Die Entnahmelöffel, Glasgeräte und der Spatelschlitten werden dazu locker in Alufolie eingepackt, und entweder zwei Stunden bei 160° Celsius oder dreißig Minuten bei 180° Celsius im Trockenschrank erhitzt. Währenddessen kann die Zeit genutzt werden, um den Arbeitsplatz zu desinfizieren. Dazu werden am besten Flächendesinfektionsmittel genutzt, die vom Robert-Koch-Institut oder dem Verbund für angewandte Hygiene e.V. empfohlen werden. Auch die eigenen Hände werden nun mit einem geeigneten Mittel desinfiziert, und puderfreie Einmalhandschuhe angelegt. Der Herstellende muss beim entnehmen der fertig sterilisierten Geräte aus dem Trockenschrank aufpassen, dass er sich nicht verbrennt. Die heißen Bechergläser werden auf dem Zellstoff abgestellt um die Arbeitsfläche zu schonen.

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