APOSCOPE-Umfrage

Ohne Streik gibt's nie mehr Geld

, Uhr
Berlin -

Besser als nichts: Irgendwie können alle mit dem neuen Tarifvertrag leben. Doch die Ergebnisse einer aktuellen APOSCOPE-Umfrage zeigen, dass 3 Prozent mehr allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Die Diskussion um die Gehälter der Apothekenmitarbeiter wird weitergehen. Denn zwischen der Einschätzung der Inhaber und ihrer Angestellten liegen Welten.

Fairer Deal?
Irgendwie sind alle Parteien der Meinung, dass man mit dem, was in Hamburg ausgehandelt wurde, zufrieden sein muss. Zwei Drittel der Inhaber (67 Prozent) sind der Meinung, das sei ein fairer Deal, mit dem beide Seiten leben könnten, 30 Prozent stimmen der Aussage überhaupt nicht zu. Auch knapp jede zweite PTA (48 Prozent) sieht den Tarifvertrag als akzeptablen Kompromiss, genauso wie 58 Prozent der Approbierten. 44 beziehungsweise 33 Prozent sind allerdings nicht dieser Meinung.

Tariflohn egal?
Viele Apothekenmitarbeiter werden – gerade wegen des Fachkräftemangels – über Tarif bezahlt. Ist der Tariflohn also ohne Bedeutung? Ja, finden 53 Prozent der Inhaber, 44 Prozent sehen das nicht so. Den Angestellten ist ein verbindlicher Tarifabschluss wichtiger: 61 Prozent stimmen der Aussage nicht zu, dass der Tariflohn ohne Relevanz ist. 33 Prozent der Approbierten und 28 Prozent der PTA stimmen der Aussage dagegen zu.

Nicht mehr drin?
Die Apothekenleiter sehen derzeit gar keine Möglichkeit für größere Gehaltssprünge. Solange das Apothekenhonorar stagniert, dürften auch die Tariflöhne nicht angepasst werden, finden 88 Prozent der Befragten. Dagegen stimmten nur 14 Prozent der PTA dieser Aussage zu und 30 Prozent der Approbierten. Umgekehrt finden nur 11 Prozent der Inhaber, aber 73 Prozent der PTA und 61 Prozent der angestellten Apotheker, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat.

Fachkräftemangel verstärkt?
Eklatant ist der Unterschied bei der Einschätzung, was der Abschluss für die ohnehin schon angespannte Personalsituation der Branche bedeutet. 69 Prozent der Inhaber finden nicht, dass Apotheken mit dem neuen Tarifvertrag noch mehr Fachkräfte verlieren werden. Dagegen stimmen 53 Prozent der Approbierten und 60 Prozent der PTA der Aussage zu.

Nachwuchs vergrault?
Auch was das Gehalt mit Blick auf künftige Angestellte angeht, liegen die Erwartungen auseinander. 84 Prozent der Approbierten und 85 Prozent der PTA finden, dass sich mit dem Abschluss kein Nachwuchs locken lässt. Immerhin fast jeder zweite Inhaber (47 Prozent) sieht diese Gefahr allerdings auch.

Alles auf Streik?
Was also tun, um endlich einen spürbaren Gehaltssprung zu erwirken? Knapp zwei Drittel der Approbierten sind der Meinung, dass die Angestellten ohne einen echten Arbeitskampf nicht mehr erwarten können. Jede zweite PTA (49 Prozent) ist ebenfalls dieser Meinung. Und selbst 25 Prozent der Inhaber finden, dass die Angestellten für ihre Interessen kämpfen sollten.

An der APOSCOPE-Umfrage nahmen am 23. und 24. August 2018 insgesamt 267 Apotheker und PTA teil, darunter 87 Inhaber, 80 angestellte Approbierte und 100 PTA.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
„Apotheken arbeiten hoch effizient“
Abda: Sparpläne sind absurd »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Schärfere Maßnahmen geplant
Affenpocken: USA rufen Notstand aus»
Per Aufkleber Daten über den Körper
Ultraschallpflaster: Blick ins Innere»
Varizella-Zoster und Herpes simplex erhöhen Alzheimer-Risiko
Viren: Infektionen können Demenz auslösen»
Immunsupressive Medikamente nicht zu lange absetzen
Impfung: Neue Leitlinie bei rheumatoider Arthritis»
Langjährige Angestellte übernimmt
Erst PTA, jetzt Inhaberin»
Wegen OmniBiotic-Diebstahl
Pfefferspray-Attacke auf Apotheker»
Steigende Fallzahlen sorgen für Engpässe
Affenpocken: Impfstoff teils knapp»
A-Ausgabe August
90 Seconds of my life»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»