ACAlert

Apotheke: Chronisch unterbesetzt

, Uhr
Berlin -

Personalsuche und Fachkräftemangel gehörten auch in diesem Jahr in vielen Apotheken zu den drängendsten Problemen. Allerdings schätzen Inhaber und Angestellte die aktuelle Personalsituation im Betrieb unterschiedlich ein, wie eine Umfrage von APOSCOPE aus der Reihe ACAlert im Auftrag von ACA Müller ADAG Pharma zeigt.

Insgesamt wird die Personalsituation in der eigenen Apotheke gar nicht so katastrophal eingeschätzt: Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der 200 Teilnehmer gaben an, die Apotheke sei gut besetzt, weitere 5,5 Prozent sprechen sogar von Überkapazitäten. Allerdings sagt auch mehr als jeder Dritte (36 Prozent), die Apotheke sei „chronisch unterbesetzt“ und 5 Prozent stimmen der Aussage zu: „Wir arbeiten faktisch im Notbetrieb.“ In vier von zehn Apotheken herrscht demnach Personalmangel.

Die Ergebnisse fallen deutlich auseinander, wenn man die Antworten der je 100 befragten Inhaber und Angestellten trennt. Während 64 Prozent der Apothekenleiter ihren Betrieb für gut besetzt halten und weitere 8 Prozent Überkapazitäten sehen, empfindet knapp die Hälfte (49 Prozent) der angestellten Approbierten und Filialleiter die Apotheke als chronisch unterbesetzt. Unter den Inhabern teilen immerhin 23 Prozent diese Ansicht.

Die Arbeitsbelastung in den Apotheken ist nach dem Empfinden des gesamten Teams gestiegen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) gab an, dass sich die persönliche Work-Life-Balance in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert hat, bei 16,5 Prozent davon sogar deutlich. Bei weiteren 30 Prozent ist das Verhältnis von Arbeits- zu Privatleben in etwa gleich geblieben, nur bei knapp 18 Prozent hat sich das verbessert.

Die Chefs empfinden den Druck noch deutlicher als ihre Angestellten. Von den befragten Inhabern gaben 31 Prozent an, ihre Work-Life-Balance habe sich verschlechtert, bei weiteren 25 Prozent „deutlich verschlechtert“. Unter den angestellten Approbierten und Filialleitern ist das Verhältnis 41 zu 8 Prozent. Auf der anderen Seite sprechen 5 Prozent der Inhaber von einer deutlichen Verbesserung, aber nur 2 Prozent der Angestellten.

Viele Apotheker sind mehr oder weniger verzweifelt auf der Suche nach Personal. 74 Prozent der Inhaber gaben an, dass sie der Fachkräftemangel in diesem Jahr besonders belastet hat. Fast jeder dritte Inhaber (32 Prozent) plant für 2019, neue Mitarbeiter einzustellen. Die Mehrheit von 62 Prozent sehen keine Veränderung vor. 6 Prozent der Inhaber gaben an, dass sie im kommenden Jahr Mitarbeiter entlassen müssen.

An der Umfrage von APOSCOPE aus der Reihe ACAlert nahmen am 4. und 5. Dezember 2018 insgesamt 200 Apotheker teil, darunter 100 Inhaber. Die Befragung wurde vom Importeur ACA Müller ADAG Pharma in Auftrag gegeben.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Verstärkte Ausschüttung von Kortisol
Depression: Nachweisbar in Haaren»
Eistee mit Globuli gesüßt
Ärger um „HomöopaTea“»
Ware aus Frankreich und Italien
Sabril-Engpass: PZN für Not-Importe»
A-Ausgabe Oktober
90 Seconds of my life»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Medizinprodukt oder Arzneimittel
Läusemittel: Welches ist erstattungsfähig?»
Debatte geht in die nächste Runde
EMA befürwortet Biosimilar-Austausch»
Jede Verordnungszeile einzeln
Mehrfachverordnungen: Wie wird beliefert?»