Tarifverhandlungen

Apotheker kämpft für PTA-Gehalt Nadine Tröbitscher, 17.08.2018 15:01 Uhr

Berlin - Die erste Runde der Tarifverhandlungen ist gescheitert. In den nächsten Tagen setzen sich Adexa und der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheker (ADA) erneut an den Verhandlungstisch. Die Apothekengewerkschaft fordert eine Tariferhöhung von 5,6 Prozent für alle Berufsgruppen, der ADA lehnt ab. Apotheker Christoph Kaiser aus der Passauer Pazzawa-Apotheke wollte wissen: „Wie ist eure Meinung zu den aktuellen Tarifverhandlungen?“ Ist die 5 Prozent Forderung der Adexa gerecht?

Kaiser‘s Umfrage stieß auf große Akzeptanz. Beinahe 600 Facebook-User haben ihre Stimme abgegeben und in 28 Kommentare verfasst. Die Stimmung ist eindeutig: 98 Prozent der Teilnehmer stimmen zu: „PTA haben mehr verdient“. Nur 1,5 Prozent finden das Gehalt „gerecht“ und weniger als 1 Prozent „zu viel“.

Der Pharmazeut ist weder in der Gewerkschaft noch in anderen Verbandsstrukturen verbandelt. „Mich nervt einfach, dass PTA genauso viel verdienen wie die Verkäuferin im Real. Es macht schon einen Unterschied, wenn ein Fehler bei einer Gurke oder einem Arzneimittel passiert. Qualität und Verantwortung müssen bezahlt werden“, sagt Kaiser, dessen Frau auch PTA ist. „Ich wollte den Finger in Wunde legen.“

Geht es nach Kaiser, sollten PTA und PKA die geforderten 5 Prozent mehr Gehalt bekommen. Apotheker würde er von der Tarifrunde ausschließen. „Das Gehalt für Apotheker ist in Ordnung“, so Kaiser. Der Pharmazeut fühlt sich nicht schlecht bezahlt, sondern „geistig unterfordert“ – denn das Gelernte könne man im vom Bürokratie dominierten Alltag kaum noch anwenden. Kaiser sieht die Zukunft im Medikationsmanagement und spricht sich gegen ein Rx-Versandverbot aus.

Wer aber soll die Tariferhöhung bezahlen? Haben Inhaber so viel Geld? Kaiser räumt ein: „Für einige Kollegen könnte es schwierig werden.“Aber im Großen und Ganzen sei eine Tariferhöhung die Chance, das Honorargutachten auszuhebeln und den Druck bei den Vergütungsverhandlungen zu erhöhen. Denn bei steigenden Fixkosten sei die ABDA unter Erfolgszwang und müsse von ihrem bisherigen Leitspruch „Nichts erreicht, aber viel verhindert“ zu haben, abweichen. „Vielleicht ist das Geld auf den ersten Blick nicht da, aber es ist mobilisierbar, wenn der entsprechende Druck da ist“, ist sich der Pharmazeut sicher.

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