Ultramarathon 

Ein Apotheker, ein Ziel Eugenie Ankowitsch, 23.06.2018 08:55 Uhr

Berlin - Apotheker Christoph Kaiser hatte wie so viele Menschen in Deutschland mit Übergewicht und allen daraus resultierenden Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Doch dann änderte er sein Leben und hat im alpinen Berglauf seine ganz große Leidenschaft gefunden. Nach Verletzungspech im vergangenen Jahr trainiert der Apotheker für den Ultralauf „Dirndltal extreme“ im August. Dann warten 111 Kilometer und 5000 Höhenmeter auf ihn.

Es ist schon einige Jahre her, dass Kaiser vor der Entscheidung stand, ein Leben lang Stützstrümpfe zu tragen und Blutdrucksenker zu nehmen – oder endlich abzunehmen. Der 1,75 Meter große Apotheker wog damals über 90 Kilogramm und hatte bereits Tendenz zum leicht erhöhten Blutdruck. Auch eine Krampfader musste ihm bereits operativ entfernt werden. „Vor diese Wahl gestellt, wusste ich, dass ich mein Leben grundlegend ändern muss“, berichtet der 40-Jährige, der als angestellter Apotheker in der Passauer Pazzawa-Apotheke arbeitet.

Heute, etwa sieben Jahre und 20 Kilo später, läuft er zwischen 40 und 100 Kilometer pro Woche. Nicht einmal mehr ein Marathon ist für den Apotheker herausfordernd genug: Kaiser bevorzugt sogenannte Ultramarathons und Trailruns in anspruchsvollem, teilweise alpinen Gelände. Strecken, die teilweise über deutlich längere Distanzen gehen. „Ich bin kein Freund von Asphalt“, sagt der Apotheker. Zum einen sei es nicht besonders gesund, vor allem für die Gelenke, und zum anderen bereite es ihm viel Freude, bei den Trailruns die Vielfalt der Natur und des Bodenbelags zu spüren und zu erleben.

Schon zu Studienzeiten, erzählt der Apotheker, sei er sehr sportlich gewesen. „Mit der Arbeit und den Kindern wurde es immer schwieriger“, gibt der zweifache Familienvater zu. Einige Jahre galt seine Leidenschaft dem Tauchsport. Vor allem für das Apnoe-Tauchen, also das Tauchen ohne technische Hilfsmittel oder Schnorchel, konnte sich der Apotheker begeistern: „Zu meinen besten Zeiten konnte ich bis zu sechs Minuten ohne Hilfsmittel unter Wassern bleiben.“ Von seiner Atemtechnik profitiere er auch heute noch auf der Laufstrecke.

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