Immunsuppressivum überdosiert – Apotheke ist gefragt

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Berlin - Der Mittwochmorgen begann in der kleinen brandenburgischen Apotheke alles andere als ruhig. Eine aufgewühlte Stammkundin betrat die Offizin und schilderte panisch ihr Problem: Ihr multimorbider Mann hatte seine Medikamente vertauscht. Die Apotheke musste helfen.

Was war passiert? Ihr Mann hatte statt einer gleich drei Tabletten von Azathioprin 50 mg eingenommen. Den Hausarzt erreichte sie nicht, den Namen des Facharztes kannte sie nicht, die Packungsbeilage hinterließ sie ratlos. Verzweifelt suchte sie in der Apotheke Hilfe.

Azathioprin wird als immunsuppressiver Antimetabolit allein oder häufiger in Kombination mit Kortikosteroiden angewendet, um das Überleben transplantierter Organe zu erhöhen. Eine therapeutische Wirkung ist oft erst nach Wochen oder sogar Monaten erkennbar. Azathioprin kann außerdem die Toxizität von Kortikosteroiden verringern, weshalb es auch zur Dosisreduktion oder zum Absetzen von Kortikosteroiden eingesetzt wird.

Eine wichtige Wechselwirkung besteht mit Xanthinoxidasehemmern wie Allopurinol. Dabei wird die Abbaurate von Azathioprin vermindert und es besteht eine erhöhte Gefahr von unerwünschten Wirkungen. Es muss eine Dosisanpassung durch den Verschreibenden vorgenommen werden. In der Regel werden dann nur noch 25 Prozent der Ausgangsdosis eingenommen.

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