Baby gerettet, Candystorm für Apotheke

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Berlin - Tue Gutes und sprich darüber: Wolfgang Wittig, Inhaber der Bären-Apotheke in Ratingen, weiß, wie man als Apotheker die sozialen Medien nutzt. Schon mehrfach hat er mit seinen Beiträgen ein großes Publikum erreicht. Am Wochenende machte ein Post von ihm die Runde, in dem er von einem Problem berichtete, das nur die Apotheke vor Ort lösen kann.

Wittig berichtete von einem Erlebnis am Freitagnachmittag. Die Mutter eines zwölf Tage alten Babys sei mit einem Rezept aus dem Krankenhaus in die Apotheke gekommen. Verordnet war ein Antibiotikum. Der aufmerksamen PTA sei dann die seltsam hohe Dosierung aufgefallen. Sie habe einen Approbierten dazu geholt; gemeinsam hätten beide die korrekte Dosierung für 3,2 kg Körpergewicht ausgerechnet. Der Arzt hatte – offenbar aus Versehen – die doppelte Dosis verordnet.

Daraufhin habe ein Telefonmarathon auf der Suche nach dem verantwortlichen Arzt begonnen, nach 20 Minuten Arbeit habe man schließlich bestätigt bekommen, dass die Dosis auf das berechnete Maß reduziert werden solle.

Das Rezept habe man „bedruckt mit dem Wissen, dass man grade etwas Schlimmes verhindert hat und der Krankenkasse diese Arbeit 6,52 Euro wert war“. Nachdenklich fügt Wittig hinzu, dass man als Apotheker allzu oft „abends nach Hause geht, um in der Presse zu lesen, dass es doch viel besser und günstiger für die Allgemeinheit wäre, wenn Patienten ihre Rezepte in einer Versandapotheke in Holland einlösen würden...“

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