Versorgung mit Alltagsbedarf

Hechingen: Apotheke ersetzt fehlende Drogerie

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Berlin -

Drogerien verdrängen Apotheken oft, so zumindest die Klage. Im schwäbischen Hechingen ist das nicht so, eher andersherum: Weil es in der Hechinger Oberstadt keine Einkaufsmöglichkeiten mehr für Güter des täglichen Bedarfs gibt, hat Inhaberin Petra Spranger ihre Hauptapotheke auf die doppelte Fläche vergrößert. Sie bietet nun auch das Sortiment einer kleinen Drogerie, um den Anwohnern das Leben zu erleichtern.

„Ich wehre mich natürlich immer gegen den Begriff Drogerie, aber wir können natürlich das meiste bieten, was eine Drogerie auch hat“, sagt Spranger, die insgesamt drei Apotheken betreibt. Eigentlich ist Hechingen mit seinen fast 20.000 Einwohnern auch keine komplett unterversorgte Gemeinde. „Aber Hechingen hat eine Ober- und eine Unterstadt. Die Oberstadt ist das historische Zentrum und sehr schön – allerdings gibt es hier keine Einkaufsmöglichkeiten mehr für die Dinge des täglichen Bedarfs. Wir haben hier keine Drogerie, kein Lebensmittelgeschäft und auch kein Reformhaus mehr. Aber die Menschen haben ja einen Bedarf an Zahnpasta, Duschgel, Einlagen und all diesen Dingen des täglichen Gebrauchs.“

Diese Lücke will Spranger nun mit ihrer neuen, vergrößerten Hauptfiliale füllen. Bis vor kurzem war die noch rund 100 Meter weiter gelegen, doch als sich die Möglichkeit bot, umzuziehen und dadurch den die Fläche der Apotheke zu verdoppeln, ergriff sie Spranger. „Wir hatten bisher knapp über 200 Quadratmeter und jetzt über 400, außerdem sind wir jetzt ebenerdig und haben wir keine Stufen mehr, was vor allem für viele Senioren hier sehr wichtig ist“, sagt sie.

Ein Jahr Planung habe sie in Ausbau und Umzug gesteckt, seit Montag nun ist das neue Haupthaus offen und zur Einweihung brachte direkt Bürgermeister Philipp Hahn einen Blumenstrauß vorbei. Neben der modernen neuen Einrichtung kann sie vor allem mit dem großen Verkaufsraum überzeugen, der den neuen Bedürfnissen entspricht. „Wir haben jetzt so viel Platz, dass man sich hier sehr gut aufhalten kann, selbst wenn hier drei Frauen mit Kinderwagen im Verkaufsraum sind“, sagt Spranger. Selbst für Kinderbereich und Kundentoilette hat es gereicht. Und natürlich hat sie die Freiwahl ausgebaut: Hygieneartikel, Zahnpflege, Kosmetik, Körperpflegeprodukte und dergleichen weiter. „Vorher waren wir eine klassische Apotheke, jetzt ersetzen wir hier auch die fehlende Drogerie“, sagt Spranger. „Umgekehrt geht das nicht.“

 

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