NRW-Teststrategie: Drogerieketten – und für die Dörfer Apotheken

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Spahn und Wieler zur aktuellen Corona-Lage

Berlin - Das große Testen beginnt. Vielerorts sind Apotheken mit dabei und lassen sich von den Gesundheitsbehörden als Testzentrum beauftragen. Doch in Nordrhein-Westfalen war die Beteiligung von Pharmazeut:innen bisher unerwünscht. Das soll sich jetzt sehr schnell ändern: Vor allem auf den Dörfern sollen die Apotheken aushelfen, in den Städten die Drogerieketten.

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Nachdem das Bundesgesundheitsministerium (BMG) bereits Mitte Februar ein erstes Papier über die „Erweiterung der Nationalen Teststrategie“ vorgelegt hatte, wollten sich auch in NRW viele Apotheken als Testzentren anmelden. Doch von den zuständigen Behörden erhielten sie entweder eine Absage oder gleich gar keine Antwort.

Auch der Apothekerverband Nordrhein (AVNR) musste in einem Mitgliederrundschreiben vor zwei Wochen konstatieren: „Nach unserem Kenntnisstand gibt es derzeit in Nordrhein auch noch keine beauftragten Apotheken.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Verband beruhigte verunsicherte Mitglieder einerseits, dass es keine Verpflichtung für öffentliche Apotheken gebe, eine Beauftragung von den Gesundheitsbehörden anzunehmen oder selbst in der Sache aktiv zu werden. Auf der anderen Seite wurden interessierte Apotheken daran erinnert, dass eine Beauftragung im Rahmen der Nationalen Teststrategie notwendig ist.

Ein Kölner Apotheker hatte deshalb immer wieder bei der Behörde nachgefragt, bislang ohne Erfolg. Das Gesundheitsministerium des Landes hüllt sich auf Nachfrage ebenfalls in Schweigen. Welche „dritten Stellen“ vom öffentlichen Gesundheitsdienst zur Durchführung von Corona-Schnelltests beauftragt wurden? Wie die Tests durchgeführt werden sollen? Ob und wie Apotheken sich bewerben können? Keine Reaktion aus Düsseldorf.

Heute begleitet NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) bei der wöchentlichen Pressekonferenz zur Corona-Lage. Und Laumann wurde auch zur Teststrategie befragt – immerhin soll sich jeder Bürger und jede Bürgerin ab Montag einmal pro Woche kostenlos testen lassen können. „Es ist so, dass wir nicht nächste Woche allen Bürgern dieses Angebot machen können“, gab Laumann zu.

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